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Online-Handel boomt auch 2017

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Online- und Versandhändler in Deutschland können auf erfolgreiche letzte 12 Monate zurückblicken. Mit deutlichen Umsatzzunahmen verbesserten sich das Geschäftsklima und die Investitionsbereitschaft mit einem neuen Rekordwert. Betrugsversuche bleiben jedoch nach wie vor ein alltägliches Problem des interaktiven Handels.

Durch die gestiegenen Umsätze im Online-Handel zeigen sich viele Unternehmen zu höheren Investitionskosten bereit. Foto: Pixabay

Positive Zahlen durch höhere Umsätze und Investitionsbereitschaft 

Der deutsche Versand- und Onlinehandels boomt wieder und führt damit zu einer deutlichen Verbesserung des Konjunktur- und Geschäftsklimas, wie die Zahlen aus der aktuellen Trendauswertung „Die Wirtschaftslage im deutschen Interaktiven Handel B2C 2016/2017“ des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) und der Creditreform Boniversum GmbH (Boniversum) belegen. Dabei spiegelt das Ergebnis die im Gesamtjahr 2016 robuste Konjunktur der deutschen Wirtschaft wider.

Sieben von acht Teilindikatoren weisen deutlich positive Tendenzen auf. Dabei werden Auftragseingang, Umsatz und Ertrag positiver bewertet als im Vorjahr und zugleich die guten Umsatz- und Ertragsentwicklung im Interaktiven Handel der letzten Monate durch den Anstieg der Verkaufspreise flankiert.

Insbesondere die Investitionsbereitschaft der Online-Händler erreicht einen neuen Höchstwert seit 2012 und liegt mit 30 Punkten über dem Vergleichswert für die deutsche Gesamtwirtschaft. In diesem Zusammenhang nahmen Investitionen für Innovationen (44 Prozent; +10 Punkte) und zur Kapazitätserweiterung (38 Prozent; +8  Punkte) deutlich zu. Dagegen fiel die Beurteilung der aktuellen Personallage in den Unternehmen etwas schlechter aus als im vorherigen Frühjahr.

E-Commerce: Betrugserversuche im Interaktiven Handel nehmen zu

Mit den höheren Umsätzen stieg jedoch auch die Zahl der Betrugserfahrungen. So gab fast jedes befragte Unternehmen des Versand- und Onlinehandels (97 Prozent) in der Erhebung an, in diesem Jahr konkrete Erfahrungen mit Betrugsversuchen gemacht zu haben. Wie auch in der Erstbefragung im Jahr 2013 ermittelt, gehören Manipulation und Betrug zum alltäglichen Geschäft der interaktiven Händler in Deutschland.

Zu den häufigsten Betrugserfahrungen 2017 zählen das Vortäuschen falscher Identitäten (30 Prozent), Betrugsversuche mit Kreditkarten oder bei der Abwicklung von Lastschriftverfahren (24 Prozent) sowie Bestellungen an die falsche Adresse (28 Prozent) und falsche Angaben zur Bonität (12 Prozent).

Händler passen ihre Preise flexibel an

Wie auch im Jahr 2016 gaben vier von zehn Unternehmen an, die Verkaufspreise ihrer Produkte und Dienstleistungen an besondere Anlässe anzupassen. Dabei erfolgten die Anpassungen in den meisten Fällen unregelmäßig und nach Bedarf (70 Prozent). Unter den meist genannten Gründen fand sich das Preisverhalten von Wettbewerbern (36 Prozent) sowie das Bestellverhalten der Kunden (26 Prozent).

Die Unternehmen gehen davon aus, dass sie in Zukunft weniger auf die dynamische Preisgestaltung zurückgreifen werden, da sich der Stellenwert dieses Instrumentes zunehmend verringert.

Multichannel-Distribution als Nutzung mehrerer Absatzwege

In Bezug auf die Multichannel-Distribution gaben zwei von drei Unternehmen des interaktiven Handels in Deutschland an, den Produktvertrieb über verschiedene Absatzwege zu nutzen. Neben Online-Shops (80 Prozent) und stationären Ladengeschäften (66 Prozent), erfolgt der Vertrieb auch auf virtuellen Marktplätzen wie Amazon oder Ebay (54 Prozent).  

Unternehmen, die auch auf stationäre Ladengeschäfte setzen, erzielen hiermit zwischen 36 und 70 Prozent ihres Umsatzes (43 Prozent). Ein Viertel der befragten Unternehmen (25 Prozent) erwirtschaften dagegen sogar zwischen 71 und 100 Prozent ihres Umsatzes auf diesem Weg.