Grüne Branche

Overlack: „Wir freuen uns, auf dem Dancefloor mitzutanzen“

, erstellt von

Wie bereits kürzlich berichtet, hat die 600 Hektar große Baumschule Lappen (Nettetal) mit Peter Overlack und seiner Familienholding einen neuen Besitzer und firmiert nun unter dem Namen Baum & Bonheur. Die Schieflage, in die die Baumschule 2016 geraten war, ist damit abschließend abgewendet. Die TASPO fragte den gelernten Bankkaufmann und Diplom-Kaufmann nach den Beweggründen, in die Baumschule Lappen zu investieren.

Peter Overlack ist Vorstand der OQEMA AG (Korschenbroich, Schloss Liedberg, früher Overlack AG, 913 Millionen Euro Umsatz, 1.200 Mitarbeiter), eines der führenden Distributionsunternehmen für Basis- und Spezialchemie in Europa. Foto: privat

Ihr angestammtes Geschäftsfeld in der OQEMA AG ist der Chemiebereich. Warum investieren Sie nun gerade in eine Baumschule?

Zum Erwerb der Baumschule sind wir ehrlich gesagt gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Da waren mehr Zufälle als eine geplante Maßnahme im Spiel.

Allerdings hat sich dann an diese zufällige Kontaktaufnahme durchaus eine Phase der ernsthaften Überlegungen angeschlossen – bei der wir uns über das Marktumfeld, die handelnden Personen, den Wettbewerb, das Geschäft insgesamt informiert haben.

Treiber war letztendlich die Idee, Heimat in einer Branche zu suchen, die sich mit so einem liebenswerten Geschäftsgegenstand beschäftigt, wie es Pflanzen und Bäume im Grunde mal nun sind. Also ja, ein wenig romantisch. Aber auch zukunftsweisend? Ist es klug, in der heutigen Zeit in eine Geschäftsgattung zu investieren, die sich mit der Aufzucht gerade von Bäumen beschäftigt?

Warten wir das ab – aber all diese Überlegungen spielten eine Rolle und führten dazu, dass wir
beschlossen, von Outsidern in diesem Geschäft vielleicht doch gerne zu Insidern werden zu wollen.

Seit dem Antrag auf Insolvenz 2016 durchlief die Baumschule Lappen einen Sanierungs- und Restrukturierungsprozess durch den Insolvenzverwalter und sein Büro. Wie stellt sich die Baumschule heute dar? Gibt es überhaupt noch eigene Flächen?

Peter Overlack: Dem Insolvenzverwalter gebührt Lob und Achtung. Er hat es unter Inkaufnahme einer wirklich langen Periode von Anstrengungen immer wieder neu unternommen, das Unternehmen am Leben zu erhalten, seine Stärken eben nicht zugunsten einer „schnellen Mark“ zu versilbern, Flächen zu bewahren (und nichts davon zu verkaufen) und nur vorsichtige Anpassungen in der Struktur vorzunehmen, wo sie ihm erforderlich erschienen. Lappen präsentiert sich heute im Grunde wie im Jahr 2015. Glücklicherweise auch, was die Mitarbeiter betrifft… Die sind doch das Kapital einer Firma, ganz am Ende, oder?

Sie und der bisherige Geschäftsleiter Hans-Jürgen Dieck teilen sich künftig die Geschäftsführung. Wie ist die Aufgabenverteilung?

Peter Overlack: Herr Dieck ist ein versierter Altprofi. Wir sind froh, dass er so treu in den letzten vier schwierigen Jahren das Unternehmen begleitet hat – und so geht das auch nach vorne weiter. Er bleibt in vollem Umfang verantwortlich für das operative Geschäft. Ich selber bin gar nicht in der Lage, eine Baumschule zu führen. Ich kann Interviews in Zeitungen geben und strategische Überlegungen entwickeln – aber operativ bleibt die bisherige Führungscrew voll und ganz in der Verantwortung und an Bord. Darüber bin ich froh.

Wie Overlack die Marktlage einschätzt, wo er die zukünftigen Herausforderungen sieht und welche Impulse er setzen möchte, lesen Sie in der ungekürzten Fassung des Interviews in der am Freitag erscheinenden Ausgabe 40/2021 der TASPO.

Cookie-Popup anzeigen