Grüne Branche

Palette der Möglichkeiten: Friedhof vermarkten wie andere Produkte

Der Friedhof dient den Lebenden. Die Bedeutung dieser Anlagen allen Bürgern zu vermitteln, ist das Ziel eines bedarfsgerechten Marketings für Friedhöfe. Klaus Goerigk - Geschäftsführer der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner - referierte darüber am 21. November bei der Gartenakademie Baden-Württemberg in Heidelberg. Zum "bedarfsgerechten Friedhof" zähle ein vielfältiges Bestattungsangebot. Den Grabnutzer von langen Pflegeverpflichtungen möglichst zu entlasten sei Teil eines "marktgerechten Dienstleistungsangebotes". Bestattungen müssten generell auch am Wochenende möglich sein. Vielerorts verbesserungsfähig sind nach Meinung Goerigks beispielsweise: Bürger- und besucherfreundliche Infrastruktur (dazu zählen auch die Toiletten auf den Friedhöfen); Situationsgerechte Räumlichkeiten; Anbindung ans öffentliche Verkehrsnetz; Beratung über das Bestattungsangebot; Transport von Besuchern auf großen Friedhöfen.

Örtliche Vereine zur Förderung der Bestattungskultur und Info-Center helfen, den Stellenwert kommunaler Friedhöfe zu steigern. Hierzu bedarf es nach Angabe des Referenten einer guten Partnerschaft von Verwaltung, Gärtnern, Steinmetzen, Bestattern und Kirchen. Als Beispiele für Veranstaltungen auf dem Friedhof stellte er heraus: Tag des Friedhofs, Grabfeld-Einweihungen, Geburts- und Todestage herausragender Persönlichkeiten, Führungen mit Themen wie "Stadtgeschichte", "Bestattungsangebot", Ausstellungen.

Besonders wichtig seien gemeinsame Veranstaltungen mit Kirchen und Schulen. Fürs Friedhofs-Marketing ebenfalls nicht zu unterschätzen seien Messebeteiligungen. So belegen die badischen Friedhofsgärtner seit einigen Jahren am Mannheimer Maimarkt, der größten regionalen Verbrauchermesse Deutschlands, fast eine ganze Halle. Imagebroschüren, Internet, Pressetexte, Auszeichnungen für gelungene Aktionen, Nachtwanderungen auf dem Friedhof - dies waren weitere Punkte, die von Goerigk angeschnitten wurden. Generell unterscheide sich die Vermarktung des Friedhofs nicht wesentlich von der anderer Produkte.