Paletten-System TrayC: Landgard reagiert auf Kritik der DUH

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger

Die TrayC-Paletten werden Landgard zufolge erneut verwendet oder zu neuen Paletten recycelt. Foto: Landgard

Nachdem Landgard Ende November angekündigt hatte, das Paletten-System TrayC weiter ausbauen zu wollen, äußerte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) prompt massive Kritik und bezeichnete das Vorhaben als „Pseudo-Mehrweg“ und „Greenwashing“. Der Vermarkter reagierte darauf nun mit einem Gesprächsangebot, um sich mit der DUH im direkten Dialog über die Fakten auszutauschen.

DHU bezeichnet TrayC als „zweifelhaftes Pseudo-Mehrwegsystem“

Über 1,1 Millionen TrayC-Paletten wurden zusammen mit Partnern wie der Baumarktkette Obi bereits in Umlauf gebracht, teilte Landgard vor wenigen Wochen mit. Da sich das Kreislauf-System dem Vermarkter zufolge auf allen Stufen der Lieferkette im Arbeitseinsatz sehr gut bewährt habe, sei für die Zukunft dessen sukzessiver Ausbau geplant – so sollen die Paletten etwa ab Januar 2022 auch in den Landgard Cash & Carry-Märkten eingeführt werden (TASPO Online berichtete).

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sah sich durch die Ankündigung des Vermarkters, das TrayC-System im neuen Jahr auf weitere Handelspartner ausweiten zu wollen, prompt zu Kritik veranlasst. „Der Pflanzenhändler bewirbt die ‚Kreislauf-Paletten‘ als umwelt- und klimafreundlich, weil die dünnwandigen Verpackungen aus Kunststoff wiederverwendet werden sollen. Nach eigener Aussage von Landgard kann jedoch nur rund die Hälfte der TrayC-Paletten überhaupt wiederverwendet werden. Die andere Hälfte schafft den Aussagen zufolge dann auch nur drei bis fünf Umläufe“, bemängelte die DUH in einer am 21. Dezember herausgegebenen Mitteilung. „Wenn sich Landgard die Mühe macht, dünne und eingeschränkt wiederverwendbare Paletten zu sammeln, in Zentrallager zu transportieren und auf eine mögliche Wiederverwendung zu prüfen, dann sollten von Anfang an echte und hundertfach wiederverwendbare Mehrwegpaletten eingesetzt werden“, so die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

Wie der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer ergänzt, seien bei der Verwendung von Mehrwegpaletten die ersten zehn bis 20 Umläufe entscheidend, um den „ökologischen Rucksack“ aus der Herstellung abzubauen. Davon seien die TrayC-Paletten jedoch weit entfernt. „Zwar engagiert sich das Unternehmen Landgard im Projekt Flowertray der Stiftung Initiative Mehrweg für eine einheitliche Mehrweglösung, jedoch passt dies nicht mit der Ausweitung eines aus unserer Sicht zweifelhaften Pseudo-Mehrwegsystems zusammen. Hier müssen eindeutige Prioritäten für hundertfach wiederverwendbare und europaweit nutzbare Mehrwegpaletten gesetzt und keine Nebelkerzen geworfen werden“, so Fischer.

Landgard weist Kritik der Deutschen Umwelthilfe zurück

Die harsche Kritik der Deutschen Umwelthilfe wurde von Landgard jetzt zurückgewiesen. „Die Wahrnehmung der Deutschen Umwelthilfe, dass TrayC ‚Greenwashing‘ sei, finden wir sehr schade“, so Johannes Kronenberg, Geschäftsführer Landgard Blumen & Pflanzen GmbH, in einem umgehend herausgegebenen Statement der Erzeugergenossenschaft. TrayC sei vielmehr „eine Lösungsoption und eine praktikable Antwort im hier und jetzt auf dem Weg hin zur Entwicklung eines funktionierenden Mehrwegsystems für Transporttrays“, wie Kronenberg erklärt.

Die Paletten würden erneut verwendet oder über einen sehr kurzen und direkten Prozess zu neuen Paletten recycelt, so Kronenberg weiter. „Bei den heute gängigen Einwegpaletten gelangt der größte Teil der Trays nicht in die Wiederverwertung – genau das ermöglichen wir durch den TrayC-Kreislauf bereits zu großen Teilen. In einem geschlossenen TrayC-Kreislauf wird der Einsatz von neuem Kunststoff auf ein Minimum reduziert bis ausgeschlossen. Die damit verbundene Wirksamkeit im Hinblick auf Umwelt- und Klimafreundlichkeit wird durch eine in unserem Auftrag erstellte unabhängige Studie bestätigt. Demnach verbessert der Einsatz von TrayC den Carbon Footprint um bis zu 85 Prozent gegenüber Einweg.“

Dass sich die Deutsche Umwelthilfe mit dem Thema „Kunststoff im Gartenbau“ beschäftige, Position beziehe und diese auch vertrete, begrüße der Vermarkter grundsätzlich. Landgard agiere in allen Gesprächen und Formaten zu diesem Thema mit maximaler Transparenz und gewähre Einblick in die Aktivitäten und strategische Ausrichtung des Unternehmens – ein Beispiel dafür sei Landgards Engagement in dem durch die „Stiftung Initiative Mehrweg“ angestoßenen Projekt Flowertray, so Kronenberg. „Darüber hinaus hat Landgard mit dem ‚Floritray‘ bereits einen Mehrwegtray entwickelt, der aktuell in einem Praxistest im Einsatz ist. Wir führen momentan gute Gespräche mit Handelspartner*innen über den weiteren Einsatz des Floritrays in 2022 und den folgenden Jahren. Wir sind davon überzeugt, dass der Floritray aktuell das innovativste marktfähigste Mehrwegtray ist. Doch für eine erfolgreiche Einführung muss die gesamte Lieferkette die notwendigen Prozessänderungen und Kostenveränderungen mittragen – das kann Landgard nicht alleine.“

Markt nicht durch „Mutmaßungen und teilweise falsche Aussagen“ verunsichern

Weshalb die laut Kronenberg „deutliche Verbesserung des Status quos durch TrayC so massiv kritisiert wird und damit ein Imageschaden für das Konzept in Kauf genommen beziehungsweise genau darauf abgezielt wird“, könne der Vermarkter nicht nachvollziehen. „Unsere Erfahrung ist, dass viele Partner*innen der Lieferkette (Produktion, Logistik und Handel) es begrüßen, dass Konzepte entstehen, die direkt skalierbar sind und sofort in der Praxis Anwendung finden können.“ Damit der Markt nicht weiterhin „durch Mutmaßungen und teilweise auch falsche Aussagen seitens der DHU“ verunsichert werde, biete Landgard der Deutschen Umwelthilfe einen direkten Dialog und Austausch über die Fakten an. „Das System TrayC ist sicherlich nicht so selbsterklärend wie die plakative Forderung nach einem Mehrwegtray. Daher ist unser Eindruck, dass das System noch nicht ganzheitlich verstanden wird. Dieses Gesprächsangebot an die DUH haben wir bereits in der Vergangenheit ausgesprochen und es besteht weiter“, so Kronenberg.

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