Grüne Branche

Palettino kommen ohne Pfand in den Markt: Immer höhere Lagerbestände - Wiederbelebung des Systems erwartet

Immer höhere Lagerbestände an Palettinos haben die Landgard veranlasst, ein pfandloses Mehrwegsystem der Paletten ins Auge zu fassen. Betroffen davon wären alle Landgard-Märkte, wobei zurzeit nur in zwei Abholmärkten -Stuttgart und Karlsruhe - Palettinos noch eine Rolle spielen. Mit dem pfandlosen System verspricht sich die Landgard eine Wiederbelebung des Palettino-Mehrwegsystems.

Wir werden in Gang bringen, was sonst nicht funktioniert", erklärte Willi Fitzen (Geschäftsführer Landgard Blumen & Pflanzen GmbH, Straelen-Herongen) zu der Absicht der Landgard, die Palettinos nicht mehr mit einem Pfandgeld zu belegen. Ein Mehrwegsystem könnten sie trotzdem bleiben, so die Vorstellung. Die Palettinos würden wie ein Mehrwegsystem behandelt - einzig das Pfandsystem falle weg. Sie würden für 20 Cent abgegeben, also unter dem Preis von Einwegpaletten, die 26 Cent kosteten. Ziel ist, einen Anreiz für den Einsatz von Palettinos zu schaffen.

Es gebe zu viele Palettinos am Markt und die Landgard habe mehr zurückbekommen als sie ausgegeben habe. Mehr als 500000 Palettinos seien derzeit am Lager der Landgard, die nicht vom Markt abgerufen würden. 100000 wurden einmal angeschafft. Es gebe also keine Knappheit, sondern einen Überfluss an Paletten.

Die Frage war, sie entweder zu schreddern oder in den Markt zurückfließen zu lassen - ohne Pfand, um das System zu beleben, wie Fitzen überzeugt ist. "Wir schenken sie dem Gärtner und dem Kunden", erläutert Fitzen. "Wir haben sie ja bezahlt."

Nach Ansicht von Fitzen ist speziell in den so genannten Einweg-Wasserpaletten eine bessere Präsentation und Wasserbevorratung möglich, wie es besonders bei Beet- und Balkonpflanzen am Wochenende nötig ist. Es müsse nicht alles Mehrweg sein. In der Summe seien Mehrwegsysteme teurer als Einweg, weshalb auch andere Branchen vermehrt auf Einwegverpackungen setzten.

Über weiter Hintergründe sowie die Reaktionen bei der Vereinigung Deutscher Blumengroßmärkte, anderen Marktteilnehmern und produzierender Betriebe berichtet die TASPO in ihrer aktuellen Ausgabe.