„ParaDrosu“ entwickelt biologische Regulierung der Kirschessigfliege

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Eine Larve der Kirschessigfliege auf einer Erdbeere. Foto: Green Solutions

Schädlinge breiten sich durch verschiedene vielfältige Gründe immer weiter aus. In Europa hat sich die Kirschessigfliege mittlerweile zu einem großen Problem entwickelt. Das Forschungsprojekt „ParaDrosu“ will nun eine biologische Regulierung des Schädlings entwickeln.

Forschungsvorhaben der Hochschule Geisenheim

Die Kirschessigfliege Drosophila suzukii hat sich mittlerweile in Europa und somit auch in Deutschland zu einem akuten Problemschädling entwickelt. Besonders betroffen vom invasiven Schädling sind dabei Produzenten von Beerenobstkulturen, Kirschen sowie insbesondere rote Rebsorten im Weinbau. Den Unternehmen fehle es allerdings an wirksamen biologischen Verfahren zur Regulierung, da es sie schlicht und einfach bislang noch nicht gebe. Hier setzt das Forschungsvorhaben „ParaDrosu“ der Hochschule Geisenheim an und will auf Basis spezifischer natürlicher Gegenspieler eine innovative praxisreife Strategie zur nachhaltigen und biologischen Regulierung der Kirschessigfliege als Alternative zu chemischen Verfahren entwickeln.

Einsatz von Schlupfwespen

Im Fokus des Projekts steht der Einsatz von Schlupfwespen, mit denen wirksame Strategien gegen die Drosophila suzukii entwickelt werden sollen. Dabei sollen Tönnchenpuppen der Kirschessigfliege am Boden, in Früchten oder an Pflanzen aktiv von den Schlupfwespen aufgesucht, parasitiert und damit abgetötet werden. „An der Hochschule Geisenheim wollen wir Daten zur Populationsdynamik der Schlupfwespen erarbeiten, um darauf aufbauend für die Praxis notwendige Freilassungsdichten und –intervalle unter Berücksichtigung der entstehenden Kosten abzuschätzen“, erklärt Prof. Dr. Annette Reineke vom Institut für Phytomedizin, die den Geisenheimer Teil des Projekts leitet.

Projekt wird vom BMEL gefördert

Bei dem Projekt werden die Kompetenzen verschiedener Instanzen gebündelt. Aus wissenschaftlicher Sicht sind die Fachinstitute des Julius-Kühn-Instituts Institut für Biologischen Pflanzenschutz aus Darmstadt und das Institut für Pflanzenschutz im Obst- und Weinbau aus Dossenheim beteiligt, sowie das Institut für Phytomedizin der Hochschule Geisenheim. Ebenfalls mit an Bord ist der Nützlingsproduzent Katz Biotech AG aus dem brandenburgischen Baruth, sowie eine Reihe von Praxisbetrieben in Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, in denen das neu entwickelte Verfahren getestet wird. Das Projekt ParaDrosu wird dabei mit rund 730.000 Euro vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) im Rahmen des Programms zur Förderung von Innovationen nicht-chemischer Pflanzenschutzverfahren im Gartenbau gefördert (TASPO Online berichtete).