Grüne Branche

Permakultur auf dem Friedhof

Ideen wie Friedhöfe nachhaltiger zu bewirtschaften und vielfältiger zu nutzen sein können, beschreibt Christian Skiba.Zudem erklärt er, wie sich Permakultur-Prinzipien dafür eignen.

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Rebzweige“: Wein als Symbolpflanze auf dem Friedhof von Buch am Erlbach in Niederbayern. Foto: Christian Skiba

Ein Friedhof war noch nie ein Ort nur für die Toten. Viel wichtiger ist seine Bedeutung für die Hinterbliebenen. Als ein Ort der Trauer und der Erinnerung an die Menschen, die uns zum Teil lange Jahre auf dem Lebensweg begleitet haben. Durch die Ruhe und die oft ungestörte Entwicklung der Pflanzenwelt, bieten alte Friedhöfe auch vielen wildlebenden Tieren einen geschützten Lebensraum. Friedhöfe sind also in mehrfacher Hinsicht bedeutsam. Diese „Multifunktionalität“ ist auch eines der Grundprinzipien der Permakultur.

Diese wurde in den 1970er Jahren von den Australiern Bill Mollison und David Holmgren begründet, als ein Ansatz, wie man die Landwirtschaft nachhaltig gestalten kann. Sie soll effektiv, widerstandsfähig und ertragreich sein, mit einem Minimum an Fremdenergie auskommen und auch nachfolgenden Generationen einen fruchtbaren Boden hinterlassen. Diese permanente Agrikultur entstand aus genauer Beobachtung von Mustern und Abläufen in der Natur und berücksichtigte auch die Erfahrungen von Naturvölkern, die es gewohnt waren dauerhaft von ihrem Land zu leben.

Permakultur hilft Energien zu kontrollieren und zu nutzen, macht aus Abfällen Rohstoffe und erhöht die Vielfalt eines Systems. Ein wichtiger Baustein ist die Vernetzung von Bestandteilen zu einem systemischen Ganzen. Ziel ist es, einen guten Platz zum Leben zu schaffen. Für uns, aber auch für die, die nach uns kommen. Denn so wird Nachhaltigkeit definiert: als ein Handeln, dass für die Zukunft die meisten Optionen, die meisten Handlungsmöglichkeiten offen lässt. Lesen Sie mehr in der Juli Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 24.