Pfalz: Produktionskosten bremsen Freude der Spargelerzeuger

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger / TASPO Online

Erzeuger Thomas Reeb aus Dudenhofen sticht seinen Spargel auf dem traditionellen Weg, ohne maschinelle Unterstützung. Foto: Pfalzmarkt eG

In der Pfalz wird bereits der erste Spargel gestochen, voraussichtlich ab Kalenderwoche 14 werden ausreichende Mengen für den LEH bereitstehen, rechnet die Pfalzmarkt eG. Die Freude über den frühen Saisonstart werde bei den Erzeugern jedoch durch den überproportionalen Anstieg der Produktionskosten getrübt.

Spargelernte beginnt drei Wochen früher als im Vorjahr

Die Ernte der ersten „Pfälzer Frühlingsspargel“ hat in diesem Jahr so früh wie schon lange nicht mehr begonnen, informiert die Pfalzmarkt eG – drei Wochen früher als im Vorjahr startet die Erzeugergemeinschaft demnach in die Spargelsaison. Das frühzeitige Wachstum des edlen Stangengemüses wurde den Angaben zufolge durch den milden Winter gefördert, zusätzlich beschleunigt habe den natürlichen Erntevorsprung der Region der Einsatz von Pflanztunneln und schwarzer Folie. Das traditionelle „Spargelbüro“ in Mutterstadt, von dem aus sich Marktexperten bis zum Ende der Saison ausschließlich um den Spargelverkauf kümmern, sei ebenfalls wieder besetzt, was laut Pfalzmarkt eG ein Indiz dafür sei, dass die Spargelernte jetzt sehr zügig volle Fahrt aufnehme.

Pfalzmarkt rechnet in dieser Saison mit sehr guten Erträgen

In den vergangenen Tagen seien auf den Pfälzer Spargelfeldern bereits die ersten kleineren Mengen Spargel gestochen worden – vorwiegend für den Verkauf über Hofläden und Wochenmärkte, wie die Erzeugergemeinschaft erklärt. „Passt die Wettervorhersage weiterhin so gut, dann rechnen wir bei unseren 30 Spargelerzeugern bei Pfalzmarkt sehr schnell mit einer Zunahme der Erntemengen. Alles, was die Kulturen jetzt noch brauchen, ist etwas mehr Sonne und Regen“, so der „Spargelbüro“-Leiter Karl Völcker. Vorausgesetzt, dass das Wetter mitspielt, sollen ab der Kalenderwoche 14 dann ausreichende Mengen zur Belieferung des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) bereitstehen. Insgesamt rechnet Völcker in dieser Spargelsaison mit sehr guten Erträgen, da die mehrjährigen Anlagen in den beiden vergangenen Jahren pandemiebedingt oftmals nicht zu 100 Prozent beerntet werden konnten.

Noch unklar, wie sich hohe Produktionskosten auf Verbraucherpreise auswirken

Was die Freude der 120 aktiven Pfalzmarkt-Erzeuger in dieser Saison allerdings bremse, sei der überproportionale Anstieg der Produktionskosten, bedingt unter anderem durch die hohe Inflationsrate und die Anhebung des Mindestlohns. Welchen Einfluss dies letztlich auf die Verbraucherpreise für Spargel haben werde, könne laut der in Mutterstadt ansässigen Erzeugergemeinschaft für Obst und Gemüse zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgesehen werden.