Pfalzmarkt: Corona hat Spuren bei Spargelernte hinterlassen

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Die Genossenschaft Pfalzmarkt hat Bilanz bei der abgelaufenen Spargelsaison gezogen. Foto: Pfalzmarkt

Passend zum traditionellen Ende der Spargelsaison, dem Johannistag, hat die Erzeugergenossenschaft Pfalzmarkt eine erste Erntebilanz beim Spargel vorgelegt. Die Einschränkungen aufgrund des Corona-Virus‘ haben demnach deutliche Spuren hinterlassen.

Pfalzmarkt-Team habe viel Einsatz gezeigt

Die insgesamt 180 aktiven Pfalzmarkt-Erzeuger hatten in dieser Saison ganz besondere Herausforderungen zu bewältigen, ebenso die rund 150 Mitarbeiter der Handelsplattform. Erschwerte Einreisebedingungen und die damit verbundenen gestiegenen Kosten für Saisonarbeitskräfte sorgten für eine besondere Saison. „Obwohl nach wie vor Saisonarbeitskräfte fehlen und die Kosten für Anbau und Ernte immens gestiegen sind, hat das Team bei Pfalzmarkt mit viel Einsatz sichergestellt, dass der LEH und die bundesweiten Verbraucher gewohnt verlässlich und sicher mit erntefrischem Spargel aus der Pfalz beliefert werden konnten“, erklärt Pfalzmarkt-Vorstand Reinhard Oerther dennoch stolz.

Absatz bei „Pfälzer Frühlingsspargel“ geringer als 2019

Im Vergleich zur letztjährigen Saison, in der insgesamt 1,15 Millionen Kilogramm „Pfälzer Frühlingsspargel“ abgesetzt werden konnten, kamen 2020 rund 460.000 Kilogramm weniger Spargel in den Verkauf. Der Absatzrückgang beim „Pfälzer Frühlingsspargel“ betrage laut Pfalzmarkt damit rund 40 Prozent. „Unseren Erzeugern standen kurz vor dem Saisonstart nur etwa 30 Prozent der benötigten Arbeitskräfte zur Verfügung. Dies hat die Spargelerzeuger besonders hart getroffen, weil sie auf erfahrene Spargelstecher zwingend angewiesen sind“, erklärt Pfalzmarkt-Vorstand Hans-Jörg Friedrich. Je nachdem, wo in den einzelnen Unternehmen der Betriebsschwerpunkt gelegt und wie groß der Spargelanteil am Portfolio war, konnten einige Erzeuger den Fokus auf andere Gemüsekulturen legen. Eine Erntepause bei mehrjährigen Spargelkulturen führe in der Regel zu einer Qualitätsverbesserung sowie zu Mehrertrag im folgenden Erntejahr, so die Erzeugergenossenschaft.

Gesamtumsatz etwa auf Vorjahresniveau

Eine höhere Nachfrage konnte Pfalzmarkt in diesem Jahr bei 500 Gramm-Einheiten, in Schale oder mit Gummiband und Banderole angeboten, verzeichnen. Das sei auf die neue Lust am Kochen zurückzuführen. Zudem legten Verbraucher mehr Wert auf nachhaltig erzeugtes Obst und Gemüse. In der abgeschlossenen Spargelsaison hatte Pfalzmarkt 18 Größensortierungen und Handelsklassen weißer Spargel und vier entsprechende Kategorien grünen Spargel im Angebot. Die jeweiligen Qualitäten waren gut bis sehr gut. Die Anzahl der Genossenschaftsmitglieder, die Pfalzmarkt eG mit „Pfälzer Frühlingsspargel“ beliefert hat, sank um etwa ein Drittel auf 30 Spargel-Erzeuger. Trotz dem nahezu kompletten Wegfall der Gastronomie als Abnehmer rechnet Pfalzmarkt mit einem Gesamtumsatz auf Vorjahresniveau, welches sich bei rund vier Millionen Euro bewegte. Ersten Auswertungen zufolge lagen die Erzeugerpreise deutlich über dem Vorjahr. Als einen positiven Baustein bezeichnet die Erzeugergenossenschaft die Zusammenarbeit mit der Obst- und Gemüsezentrale Rhein-Main eG (OGZ). „Bei Bedarf haben wir Erntemengen bei frischem Freilandspargel tagesaktuell gebündelt. Gemeinsam mit der OGZ konnten wir während der gesamten Spargelzeit auch große Auftragsvolumina im LEH verlässlich bedienen“, sagt Oerther zu der Kooperation.