Grüne Branche

Pflanzengen von Braunschweiger Wissenschaftlern entdeckt

Der japanische Gartenbau macht sich die positiven Auswirkungen von Streicheleinheiten für Pflanzen schon lange zu Nutze – Ertrag und Resistenz erhöhen sich zum Beispiel. Nun hat die Technische Universität Braunschweig den „Verantwortlichen“ für diese Auswirkungen ausgemacht: das Gen „AtGA2ox7“. 

Wollen das neu entdeckte Pflanzengen auf sein Potenzial für die Züchtung testen: Prof. Theo Lange und Dr. Maria Pimenta Lange. Foto: Christian Mannsbart

„Neues“ Gen: Nachteilige Auswirkungen mit Biotechnologie lindern

„Langfristig bietet unsere Grundlagenforschung die Möglichkeit, die jahrhundertealte japanische Methode als Anwendung im ökologischen Landbau weiterzuentwickeln und nachteilige Auswirkungen mit Mitteln der Biotechnologie zu lindern“, erklärt Prof. Theo Lange vom Braunschweiger Institut für Pflanzenbiologie.
Die mechanische Stressbehandlung erhöhe die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen und steigere damit auch den Ertrag, führe aber auch zu gedrungenem Wachstum und verzögertem Blühen.

Ohne DNA-Baustein keine Veränderungen im Pflanzenwuchs

Lange entdeckte das Gen „AtGA2ox7“ gemeinsam mit seiner Kollegin Dr. Maria Pimenta Lange. Der DNA-Baustein ist indirekt für den Abbau des Pflanzenhormons „Gibberellinen, verantwortlich. Ohne dieses Gen, reagiere die Pflanze auf den Berührungsreiz nicht mehr mit Veränderungen und wachse wie eine unbeeinflusste Vergleichspflanze.

Kollegen aus der Schweiz und den USA hatten in den vergangenen Jahren zwar die Effekte auf Pflanzen durch Druck und Berührung bereits in Studien nachgewiesen. Auf den biologischen Grund waren sie allerdings bisher nicht vorgestoßen. In den kommenden Monaten setzt das Braunschweiger Forscherteam seine Arbeit fort und untersucht beispielsweise, wie das identifizierte Gen als Marker in Züchtungsprogrammen eingesetzt werden kann. (ts)