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Pflanzenporträt: Frühlingszwiebel

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Frühlingszwiebeln gedeihen am besten auf nährstoffreichen, sandig-lehmigen oder lehmig-humosen Böden. In Deutschland werden die unter anderem auch als Lauchzwiebel, Zwiebelröhrchen oder Röhrenlauch bezeichneten Pflanzen auf einer Fläche von etwa 2.270 Hektar angebaut. Mit echtem Lauch oder Porree sind sie allerdings eher entfernt verwandt.

Frühlingszwiebeln werden auf der ganzen Welt angebaut und als aromatische Küchenzutat geschätzt. Foto: Pixabay

Anbau von Frühlingszwiebeln fast das ganze Jahr über

Im Gegensatz zur Küchenzwiebel wird bei der Frühlingszwiebel (Allium fistulosum) sowohl die Zwiebel als auch das röhrenförmige Laub verwendet, einzig Zwiebelboden und Laubspitzen werden abgeschnitten. Wobei die Zwiebel nur sehr andeutungsweise vorhanden ist, sie ist lediglich eine leichte zylindrische Verdickung oberhalb der Wurzeln.

Anders als der Name vermuten lässt, kann die Frühlingszwiebel fast das ganze Jahr über angebaut werden. Allerdings lässt sie sich gut im zeitigen Herbst aussäen und problemlos überwintern, sodass man schon im Frühjahr ab Ende April frische Pflanzen ernten kann.

Etwa drei Monate bis zur Erntereife

Sie entwickelt ein besonders feines Aroma und hat ihren festen Platz in der traditionellen Frühjahrsküche, vor allem als Zutat in knackigen Salaten oder mit weiteren Gewürzen und Kräutern in herzhaften Dips und Soßen auf Quark- oder Joghurtbasis.

Werden Frühlingszwiebeln im Frühjahr oder Sommer ausgesät, benötigen sie etwa drei Monate bis zur Erntereife, durch laufende Aussaat in Intervallen steht über die ganze Saison frisches Grün zur Verfügung. Die Ansprüche, was ihre Kultivierung betrifft, sind mit denen der Küchenzwiebeln identisch.

Nicht nur in der asiatischen Küche beliebt

Frühlingszwiebeln werden weltweit geschätzt, angebaut und verwendet. In der asiatischen Küche spielen sie eine wichtige Rolle, vor allem in den vielfältigen Wok-Gerichten, denen sie durch ihre ätherischen Öle und verschiedenen Aromastoffe einen kräftigen Geschmack verleihen. Sowohl roh als auch gedünstet sind Frühlingszwiebeln ein Genuss.

Nur scharfes Anbraten, wie es bei Küchenzwiebeln üblich ist, bekommt ihnen nicht – sie schmecken dann unangenehm bitter. Gesund sind sie natürlich auch, vor allem durch besagte ätherische Öle und das zu den sekundären Pflanzenstoffen zählende Allicin, das im gesamten Verdauungstrakt entzündungshemmend und sogar keimtötend wirkt.

Hingucker im Handel: Sorten mit rotem Schaft

Bei den meisten Sorten der Frühlingszwiebel ist der verdickte Schaft weiß, zum Beispiel bei ‘Tonda Musona’, ‘Negaro’, ‘Ishikura’ oder ‘Tokyo Long White’. Es gibt aber auch Sorten mit rotem Schaft, die im Verkauf ein besonderer Hingucker sind, beispielsweise ‘North Holland Blood’ oder ‘Apache’.

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