Grüne Branche

Pflanzenschutz: abiotische Schäden im Gartenbau

Beim Pflanzenschutztag von Katz Biotech geht es üblicherweise um Nützlinge und Schädlinge. Anders als in den vergangenen Jahren spielten bei der Veranstaltung in Welzheim diesmal allerdings auch die „Abiotischen Schäden im Gartenbau“ eine Rolle. Stefanie Hackel vom Betreuungsdienst Nützlingseinsatz Baden referierte zu diesem Thema.

Der Begriff „abiotische Schäden“ fasst sämtliche Schadensursachen zusammen, welche nicht durch Schädlinge oder Mikroorganismen verursacht werden. Sie können durch Mangel oder Überfluss an Wachstumsfaktoren, ebenso durch mechanische Verletzungen, Desinfektionsmittel, Unwetter und mehr entstehen. Rund 90 Prozent der Schäden an den Kulturpflanzen im Gartenbau lassen sich auf abiotische Verursacher zurückführen.

Kälteschäden führen oft zu ähnlichen Erscheinungsbildern wie Schäden durch Ernährungsstörungen. Ursache für Schäden durch Ernährungsstörungen basieren oft auf Fehlern bei der Düngung, beispielsweise durch zu hohe Konzentrationen im Wurzelbereich. Nicht selten treten auch Schäden durch Fehler bei Pflanzenschutzmaßnahmen auf. So zeigte die Referentin je einen durch falsche Anwendung des Fungizids Luna Privilege entstandenen Schaden in einem Poinsettien- und einem Surfinia-Bestand. Die betreffenden Schäden ähnelten denen durch Mangelernährung.

Vorsicht ist auch beim Einsatz von Hemmstoffen sehr wichtig, vor allem bei Beet- und Balkonpflanzen. So wurde auf entsprechende Schäden durch CCC 720 an Pelargonien und Caramba bei Petunien sowie anderen Pflanzen hingewiesen. Entsprechende Schäden kommen vor allem dann vor, wenn derartige Präparate zu oft und zu stark konzentriert eingesetzt werden.

Nach Angaben von Stefanie Hackel treten abiotische Schäden oft bei klein strukturierter Produktion auf, wenn verschiedene Gattungen oder Topfgrößen in einer Gießgruppe zusammengefasst werden oder auf kleineren Tischen und Beeten sich Pflegemaßnahmen unterschiedlich auswirken. Probleme entstehen beispielsweise oft auch nach Wochenenden und in Urlaubszeiten. (gug)