Grüne Branche

Pflanzenschutz im öffentlichen Grün: pragmatische Regelung in Hessen

Aller Voraussicht nach werden auch für die Saison 2013 nicht ausreichend nach § 17 Pflanzenschutzgesetz genehmigte Präparate zur Verfügung stehen. Wie der Pflanzenschutzdienst des Regierungspräsidiums Gießen meldete, gilt daher ab sofort in Hessen folgende pragmatische Regelung: Flächen, die für die Öffentlichkeit bestimmt sind, können durch Absperrung befristet der Nutzung durch die Öffentlichkeit entzogen werden. 

Damit ist nach der Absperrung die Durchführung einer Pflanzenschutzmaßnahme mit einem zugelassenen Präparat möglich. Nach Anwendung des Mittels ist die Fläche für mindestens 48 Stunden so abzusperren, dass eine Nutzung durch die Öffentlichkeit unterbunden wird.

Ende April veröffentlichte das Bundesamt für Verbraucherschutz (BVL) eine neue Liste der nach § 17 Pflanzenschutzgesetz genehmigten Pflanzenschutzmittel. Für Landschaftsgärtner, Grünflächenämter und alle, die mit der Pflege des öffentlichen Grüns betraut sind, bietet diese Liste leider keine besonderen Neuerungen.
Einzig die Mittel Banvel M und Mogeton ergänzen die bis heute sehr spärliche Liste.

Ansonsten steht als Insektizid nur Dipel ES gegen freifressende Schmetterlingslarven zur Verfügung. Zur Bekämpfung von Echtem Mehltau, Rost, Sternrußtau, Blattläusen und anderen saugenden sowie beißenden Insekten ist nach derzeitigem Stand kein Präparat für den Einsatz im öffentlichen Grün genehmigt. (ts)