Grüne Branche

Pflanzenschutz: Suche nach Nützling gegen die Tomatenminiermotte

Forscher von Wageningen UR Greenhouse Horticulture in Holland sind auf der Suche nach natürlichen Feinden der Tomatenminiermotte ( Tuta absoluta) weitergekommen. Sie sehen nun Chancen für einen künftigen kommerziellen Einsatz entsprechender Nützlinge. Von Süden kommend, wurde die Tomatenminiermotte in den letzten Jahren auch in Mittel- und Westeuropa zu einem wichtigen Schädling im Tomatenanbau. Wie die englische Gartenbau-Fachzeitschrift Horticulture Week meldet, pflanzten die Wageningener Wissenschaftler im artenreichen niederländischen Naturreservat Kinderdijk gezielt solche Tomaten aus, die mit Tomatenminiermotten-Eiern infiziert waren. Die Frage lautete: Welche Tiere aus heimischer Fauna nehmen dies als Köder an und machen Jagd auf die Tomatenminiermotten, deren Eiern oder Raupen? Verschiedene räuberische Wanzen attackierten die Tuta absoluta -Laven. Ins Blickfeld rückte aber eine Schlupfwespe aus der Familie Eulophidae . Sie hat die Miniermottenlarven auf den Tomaten sehr stark parasitiert und Nachwuchs produziert. Auch waren erste Tests zur Produktion dieser Schlupfwespe erfolgreich. Man will nun herausfinden, wie sich diese Schlupfwespenart kommerziell produzieren lässt. Tuta absoluta als Schmetterlingsart aus der Familie der Palpenmotten ist als Tomatenblattminierer zwar nicht ganz neu, hatte aber früher nur in den südlichen Ländern Asiens und in Südamerika eine Rolle gespielt. Dieses Tier wird daher auch Südamerikanische Tomatenmotte genannt. Seit 2006 tritt es auch in Spanien auf. Dort und in Marokko sei die Tomatenminiermotte heute ein ernsthaftes Problem für den Tomatenanbau. Im Jahr 2008 gab es Funde in Frankreich, danach in Holland. In Großbritannien wurde laut der englischen Veröffentlichung bisher Befall in "mindestens zwölf Gewächshäusern" bekannt.