Grüne Branche

Pflanzenschutzmittel: neue Glyphosat-Nachweise im Urin

Der Wirkstoff Glyphosat kommt nicht aus den Schlagzeilen. Diverse Medien, darunter auch der Südwestrundfunk (SWR) berichten über eine Studie, die der BUND und sein europäischer Dachverband Friends of the Earth (FOE) von März bis Mai dieses Jahres durchführen ließ. Glyphosat, Hauptwirkstoff im Herbizid Roundup, wird in der Landwirtschaft, aber auch in Weihnachtsbaumkulturen zur Unkrautregulierung eingesetzt. 182 Urinproben von Stadtbewohnern in 18 europäischen Ländern wurden mit einem neuen Analyseverfahren auf Glyphosat und sein Abbauprodukt AMPA vom Medizinischen Labor Bremen untersucht.

Frühere Studien hatten bereits erwiesen, dass der Wirkstoff Glyphosat vor allem für die Anwender gesundheitsschädigend sein kann. Die aktuelle Studie im Auftrag des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat diesmal aber keine Personen untersucht, die in direktem Kontakt mit dem Wirkstoff stehen, sondern Bewohner verschiedener europäischer Großstädte.

Mit einer Nachweisgrenze von 0,15 µg/l wurden in Durchschnitt in 44 Prozent der analysierten Urinproben messbare Gehalte von Glyphosat und in 36 Prozent AMPA gemessen. Dennoch reiche die Häufigkeit des Glyphosat-Nachweises von zehn Prozent bis 90 Prozent in den einzelnen EU-Staaten, erläutert Dr. Hans-Wolfgang Hoppe, der die Analyse durchführte.

Insgesamt überschritten zwölf Teilnehmer der Studie (6,6 Prozent) den vorläufigen Referenzwert für Glyphosat von 0,8 µg/l signifikant. Wenn, wie in diesem Fall, die Werte von Glyphosat und AMPA im Urin nicht besonders gut korrelieren, sei dies vermutlich darauf zurückzuführen, dass der Betreffende zusätzlich Aminpolyphosphonat-basierten Tensiden wie ATMT oder EDTMP ausgesetzt war, die sich leicht zu AMPA abbauen.

In ihren Veröffentlichungen konzentrieren sich BUND und auch Ökotest daher auf die in der Öffentlichkeit weitaus bekannteren und wichtigeren Glyphosat-Werte. Pro Land wurden acht bis zwölf Urin-Proben von Menschen zwischen 15 und 65 Jahren genommen, sowohl von Fleischessern als auch von Vegetariern.

Weitere Informationen gibt es auch auf der Internetseite des SWR. (jen)

Lesen Sie mehr über die Testergebnisse im TASPO extra Weihnachtsbaum der aktuellen TASPO Ausgabe 26/2013.