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Pflanzenschutzmittel: Zulassungen für Basta teilweise widerrufen

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die Zulassung des Pflanzenschutzmittels Basta (Wirkstoff Glufosinat) für bestimmte Anwendungsgebiete zum 13. November 2013 widerrufen. Für andere Anwendungsgebiete wurde die Zulassung bezüglich der Anwendungsbedingungen geändert.

BVL setzt durch EU-Kommission geänderte Bestimmungen für Glufosinat um. Foto: BVL

Die Entscheidungen gelten laut BVL auch für die Vertriebserweiterungen RA-200-flüssig und Hyganex-flüssig, sowie für die zugehörigen parallel gehandelten Pflanzenschutzmittel.

In folgenden Kulturen ist den Angaben zufolge die Anwendung ab 13. November 2013 widerrufen:

  • Gemüsebau: Möhre, Porree, Speisezwiebel, Feldsalat, Spargel, Gemeine Nachtkerze, Gemeine Ringelblume, Majoran, Bohnenkraut, Thymian, Stangenbohne, Wolliger Fingerhut;
  • Forst: Nadelholz, Laubholz;
  • Ackerbau: alle bisher zugelassenen Anwendungen (Mais, Zuckerrübe, Kartoffel, Winterraps, Sonnenblume).

Bei folgenden Kulturen und Objekten ist der Behörde zufolge die Anwendung weiterhin möglich, jedoch mit geänderten Anwendungsbedingungen:

  • Zierpflanzenbau: Baumschulgehölzpflanzen, Ziergehölze;
  • Gemüsebau: Buschbohne, Artischocke, Zucchini, Melone, Gurke, Kürbis-Hybriden, Garten-Kürbis, Patisson;
  • Obstbau: Erdbeere, Himbeere, Brombeere, Johannisbeere, Stachelbeere, Kernobst, Steinobst, Schalenobst, Baumschulgehölzpflanzen;
  • Weinbau: Weinrebe;
  • Nichtkulturland: Nichtkulturland ohne Holzgewächse, Wege und Plätze mit Holzgewächsen.

Bei den genannten Kulturen und Objekten gelte ein maximaler Aufwand von 3,75 Litern pro Hektar und Behandlung, wenn nicht zuvor schon eine niedrigere Aufwandmenge festgelegt war; außerdem dürfe das Mittel generell nur noch als Einzelpflanzen-, Reihen- oder Zwischenreihenbehandlung mit Spritzschirm beziehungsweise Abschirmung eingesetzt werden. Bei Buschbohnen und Artischocken seien nur noch die Anwendungen nach dem Auflaufen beziehungsweise nach dem Pflanzen zulässig.

Die Anwendungen gegen Unkräuter über 25 Zentimeter Höhe, die bisher in verschiedenen Kulturen zulässig waren, entfallen laut BVL, weil bei dieser Unkrauthöhe ein höherer Aufwand als 3,75 Liter pro Hektar benötigt würde.

Aufbrauchfristen für die widerrufenen Anwendungen sehe das Pflanzenschutzgesetz in diesem Fall nicht vor. Das bedeute: Pflanzenschutzmittel, die sich noch mit der alten Etikettierung beim Anwender befinden, dürfen nur noch gemäß geänderter Zulassung angewendet werden.

Wie das BVL zu den Hintergründen ausführt, gelangte Glufosinat 2007 in der EU in die Liste der in Pflanzenschutzmitteln zulässigen Wirkstoffe unter der Bedingung, dass der Antragsteller unter anderem weitere bestätigende Unterlagen über das Risiko für Säugetiere und Nichtzielarthropoden einreicht.

Der Antragsteller habe in der Folge zwar zusätzliche Studien vorgelegt, doch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit kam zu dem Schluss, dass sich damit die Bedenken nicht entkräften ließen und ein Risiko für Säugetiere und Nichtzielarthropoden nicht ausgeschlossen werden könne.

Die EU-Kommission habe daraufhin am 22. April 2013 mit der Durchführungsverordnung EU Nr. 365/2013 die Bestimmungen für den Wirkstoff Glufosinat geändert, so das BVL: Glufosinathaltige Pflanzenschutzmittel dürfen demnach nur noch für streifenweise oder punktuelle Anwendungen zugelassen werden, die Aufwandmenge darf maximal 750 Gramm Wirkstoff pro Hektar und Behandlung bei maximal zwei Behandlungen pro Jahr betragen. Mit den beschriebenen Zulassungsentscheidungen setzt das BVL nach eigenen Angaben nun diese Durchführungsverordnung um. (ts/bvl)