Pflanzenschutzmittelrückstände in Heidelbeeren gefunden

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In Niedersachsen wurden insgesmat 30 Proben Heidelbeeren auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. 77 Prozent wiesen demanch Rückstände auf. Foto: Green Solutions

In Niedersachsen wurden vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) insgesamt 30 Proben Heidelbeeren auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. Lediglich sieben Proben waren ohne Rückstände. Im Vergleich zu vorherigen Proben ist damit ein deutlicher Anstieg von Rückständen zu verzeichnen.

25 Proben stammten aus Niedersachsen

Von den 30 Proben stammten 28 Proben aus Deutschland, jeweils eine kam aus Polen und aus Spanien. Vier Proben wurden unter ökologischen Gesichtspunkten produziert, eine davon die spanische, die übrigen drei aus Deutschland. Von den 28 deutschen Proben stammten 25 aus niedersächsischem Anbau, dem laut Landwirtschaftskammer Niedersachsen größten Heidelbeeranbaugebiet Deutschlands. Mit rund 2.000 Hektar Fläche macht die Norddeutsche Tiefebene damit gut 70 Prozent der gesamten Deutschen Produktion aus. Bei der Untersuchung im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg wurden demnach elf verschiedene Wirkstoffe in den Proben entdeckt.

Elf verschiedene Wirkstoffe nachgewiesen

Bei den elf verschiedenen Wirkstoffen wurden am häufigsten die gegen Schimmel eingesetzten Fungizide Cyprodinil (zwölf Mal), Fludioxonil (zehn Mal), Boscalid (neun Mal) und Tebuconazol (acht Mal) nachgewiesen werden. In der aus Polen stammenden Probe konnte ein Gehalt an Iprodion nachgewiesen werden, welches den zulässigen Höchstgehalt überschritt. Allerdings lag der Gehalt mit 0,017 mg/kg unter Berücksichtigung der Messunsicherheit noch im Streubereich des zulässigen Höchstgehaltes von 0,01 mg/kg. Bei der Hälfte der Proben konnten Mehrfachrückstände detektiert werden, also zwei oder mehr Wirkstoffe pro Probe. Hauptsächlich wurden eins bis zwei Wirkstoffe pro Probe nachgewiesen und zwei Heidelbeerproben aus Niedersachsen enthielten fünf verschiedene Wirkstoffe. Laut den zur Verfügung stehenden Informationen wurden die Proben in unterschiedlichen Betrieben kultiviert.

Anstieg der Rückstände zu verzeichnen

Völlig rückstandsfrei waren hingegen alle vier Proben aus ökologischem Anbau. Weitere drei Proben aus herkömmlichem Anbau waren ebenfalls frei von nachweisbaren Rückständen. Das heißt, dass in insgesamt 77 Prozent der in diesem Sommer untersuchten Heidelbeerproben Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen werden konnten. Im Vergleich zu den Jahren 2017 und 2012 ist damit ein deutlicher Anstieg der nachgewiesen Pflanzenmittelrückstände zu verzeichnen. Waren es 2012 50 Prozent der Proben, stieg der Wert 2017 um zehn Prozent auf insgesamt 60 Prozent. Vier Jahre später ist der Wert der belasteten Proben erneut rapide um 17 Prozent angestiegen. Die vier am häufigsten vorgekommenen Wirkstoffe decken sich mit denen aus den Jahren 2027 und 2012.