Pflanzenschutzmittelrückständen untersucht

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Lockt hier unbelasteter Blütenschmaus?

Die niederländische Greenpeace-Organisation hat im letzten Frühjahr eine neue Untersuchung zu Pflanzenschutzmittelrückständen in Zierpflanzen durchgeführt und die Ergebnisse jetzt unter dem Titel „Gifplanten in het Tuincentrum“1 (Giftpflanzen im Gartencenter) veröffentlicht, so die Zeitschrift „De Boomkwekerij“ Ende Mai. Außerdem wurden Rückstandsuntersuchungen in Großbritannien von der Universität Sussex durchgeführt, wie De Boomkwekerij am 16. Juni berichtete.

Greenpeace bemängelte in der niederländischen Untersuchung, dass in 58 Fällen illegale Pflanzenschutzmittel (PSM) nachgewiesen worden seien, deutlich mehr als in der letzten Greenpeace-Untersuchung vor drei Jahren mit nur 14 solcher Fälle. Untersucht wurden 84 Zierpflanzen aus niederländischen Gartencentern, von denen lediglich drei Exemplare frei von Pflanzenschutzmittelrückständen gewesen seien. 30 Prozent der Pflanzen stammten allerdings nicht aus den Niederlanden, sondern aus Deutschland, Dänemark, Italien, Belgien oder Portugal.

In Skimmia, Campanula und Rhododendron wurden besonders hohe Rückstände bienengefährlicher Wirkstoffe gemessen, so Greenpeace. Die Belastung mit bienengefährlichen Wirkstoffen sei allerdings insgesamt nur noch halb so hoch gewesen wie in der Untersuchung vor drei Jahren.

Als Reaktion darauf stellte die niederländische Beratungsorganisation Delphy fest, dass die Rückstände von Wirkstoffen, die für Zierpflanzen nicht zugelassen sind, keineswegs auf illegalen Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln hinweisen, sondern dass es sich vermutlich zum großen Teil um Kontaminationen in geringsten Mengen aus Abdrift von völlig legal auf landwirtschaftlichen Flächen eingesetzten Produkten handelt oder um Rückstände in den Spritzgeräten von Lohnunternehmern. Ein anderer Teil seien unvermeidbare Rückstände von persistenten, längst nicht mehr eingesetzten Produkten, die auf den Kulturflächen noch vorhanden seien.

England: Neonicotinoide
In der Untersuchung der Universität Sussex wurden 29 Zierpflanzen, die von Bienen beflogen werden (u.a. Ageratum, Lavandula, Salvia und Erica carnea), in britischen Gartencentern gekauft und auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. Nur in zwei Exemplaren wurden keine Rückstände nachgewiesen. In über 70 Prozent der Pflanzen wurden Wirkstoffe aus der Gruppe der Neonicotinoide gefunden, die von der Universität als bienenschädlich bewertet werden. HB/db

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe 07/2017 Deutsche Baumschule.

Mehr auch unter http://www.greenpeace.nl/Global/nederland/2016/documenten/sierteelt rapport_2017_def_0.pdf

Zwei Originalbericht unter: http://bit.ly/2teCQME



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