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Pflanzenschutztipp: Zierpflanzenbau

Erikenpilz bei Erica gracilis: Der als eine Cryptosporiopsis-Art bestimmte (als "Erikenpilz " bekannte) Wurzelpilz bei Erica-Arten kann immer wieder in Proben von Erica gracilis nachgewiesen werden. Typische Symptome sind Wuchsdepressionen, die mit der wärmeren Witterung besonders schnell sichtbar wurden. Der Bestand wirkt dann sehr uneinheitlich. Ferner zeigen anfangs intakte Wurzeln immer wieder Verbräunungen. Hier wird häufiger in Mischinfektion der Pilz Pythium sp. festgestellt. Zur zweifelfreien Klärung ist eine labortechnische Untersuchung erforderlich. Sollte der Erikenpilz nachgewiesen werden, so sind für entsprechende Gegenmaßnahmen folgende Hinweise zu beachten:

- Nachweis eines Befalls kann nur sicher im Labor erfolgen.

- Bisher konnte der Pilz in der Praxis nur in Erica-Arten festgestellt werden.

- Pilz befindet sich nur in der Wurzel.

- Infektion erfolgt demnach über Wurzelreste, die auf Stellflächen (gewachsener Boden, Bändchengewebe) verbleiben.

- Kontamination erfolgt daher nicht bei Stutzarbeiten/Stecklingsschnitt.

- Zur nachhaltigen Bekämpfung muss der Wurzelkontakt von Pflanzen zu derartig kontaminierten Böden unterbunden werden. Bewährt hat sich eine mehrere Zentimeter dicke Lavagruss-Schicht. Diese Schicht gewährt oftmals eine bessere Drainage, was zusätzlich einer Vernässung (Cylindrocladium- und Phytophthora-Gefahr!) besonders in den Herbst- und Wintermonaten vorbeugt.

- Nachweislich befallene Pflanzen/ Pflanzenpartien sollten entfernt werden.

- Werden die vorgenannten Maßnahmen ergriffen, kann unterstützend in Absprache mit der Beratung die Nebenwirkung des Wirkstoffes Prochloraz (Mirage*) genutzt werden.

*) Für den Einsatz des Präparates in Zierpflanzen ist eine einzelbetriebliche Genehmigung nach §18b-Pflanzenschutzgesetz von pilzlichen Schaderregern erforderlich, die beim zuständigen Pflanzenschutzdienst beantragt werden kann. Weitere Pflanzenschutztipps zum Zierpflanzenbau, zu Gehölzen und Gemüse finden Sie in jeder TASPO-Ausgabe.