Grüne Branche

Pflanzenzüchtung: alte Pflanzensorten optimieren

, erstellt von

Wie können Züchter vorgehen, um das Beste aus alten Pflanzensorten zum Vorschein zu bringen? Mit dieser Frage beschäftigen sich internationale Forscher am 29. und 30. Februar an der Universität Hohenheim in Stuttgart während eines Kolloquiums.

Nur eine der Fragen, die die Pflanzenzüchtung und Forschung beschäftigen: Kann man aus der Amaranth-Pflanzen (hier Kugelamaranth) wirklich Bioenergie gewinnen?

Viele alte Pflanzensorten haben positive Eigenschaften

Ob nun Mais für kühle Bergregionen, Gerstenlandsorten für schmackhaftes Bier oder schnellwachsender Amaranth für die Bioenergiegewinnung, die Züchtung hat alle Hände voll zu tun, neue wie alte Pflanzensorten gleichermaßen zu optimieren.

„Viele alte Sorten haben positive Eigenschaften. Zum Beispiel wächst eine alte Maissorte wie der Rheintaler Ribelmais besonders gut in Alpenregionen und er hat einen hohen Nährwert. Wegen ihrer Anfälligkeit für Krankheiten und dem geringeren Ertrag werden solche Sorten aber nicht mehr angebaut.“, sagt Prof. Dr. Karl Schmid vom Institut für Pflanzenzüchtung, Saatgutforschung und Populationsgenetik an der Universität Hohenheim.

Mehr Vielfalt auf dem Acker – geeignete Sorten finden

„Ob wir mehr Vielfalt auf dem Acker brauchen, diese Frage ist ausdiskutiert und eindeutig mit ja zu beantworten“, ergänzt Schmid. „Wir brauchen Methoden um festzustellen, welche Sorten sich für welchen Zweck besonders gut eignen.“

Solche Methoden stellen 14 Wissenschaftler aus Deutschland und Europa während des Kolloquiums. vor. Sie arbeiten daran, das Erbgut fast vergessener Nutzpflanzensorten wieder zu verbreiten oder exotische Sorten bekannter zu machen.

Forschung: Amaranth als Lieferant für Bioenergie gebrauchen?

Amaranth beispielsweise gilt als „Superfood“. Das Hauptverbreitungsgebiet der hirseähnlichen Samen liegt in Nord- und Südamerika. Dabei könnten die Pflanzen noch viel mehr, als wunderbare Nährwerte liefern. Zum Beispiel auch als Lieferant für Bioenergie dienen, ist sich Markus Stetter von der Universität Hohenheim sicher. Aktuell möchte der Forscher eine Amaranth-Pflanze züchten, die besonders viel Biomasse produziert.

Alte Sorten können auf zweierlei Weise für mehr Vielfalt sorgen, so Prof. Dr. Schmid: Eine Möglichkeit sei die Kreuzung mit aktuell verbreiteten Hochleistungssorten. Dabei, so hoffen die Forscher, ließe sich der hohe Ertrag dieser sogenannten Elitesorten mit den positiven Eigenschaften alter Landsorten verbinden.

Das Kolloquium an der Universität Hohenheim findet alle zwei Jahre zu wechselnden Themen aus dem Bereich der Biotechnologie und Pflanzenzüchtung statt.

Die Termine für das Kolloquium im Überblick:

Di. 29. November 2016, 13:00 – 18:00 Uhr
Mi. 30. November 2016, 8:30 Uhr – ca. 12:30 Uhr