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Pflegefreie Gräber: Grabrechner gestartet

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Einen Online-Grabrechner, mit dem sich die Kosten für pflegefreie Urnengräber von rund 1.600 Friedhöfen vergleichen lassen, hat die Deutsche Friedhofsgesellschaft gestartet.

Einer der Friedhofsstandorte der Deutschen Friedhofsgesellschaft: Dachsenhausen. Foto: Deutsche Friedhofsgesellschaft

Das privatwirtschaftliche Familienunternehmen betreibt selbst 15 Friedhöfe mit pflegefreien Gräbern und hat in dem Angebot die Kosten seiner eigenen Angebote sowie die Gebühren einer großen Zahl an Friedhöfen zusammengetragen. Zudem lassen sich die Grabvarianten der Deutschen Friedhofsgesellschaft in den Ergebnissen direkt kaufen.

Friedhofsgebühren steigen in fast allen Kommunen

Wie das Unternehmen aus seinen Recherchen folgert, steigen in fast allen Kommunen die Friedhofsgebühren erheblich. Aufschläge von 100 Prozent seien keine Seltenheit mehr. Für Angehörige werde das Grab damit mehr und mehr zu einer finanziellen Belastung.

Als günstigstes Grab listet der Grabrechner ein Rasengrab für einmalig 200 Euro auf; das teuerste Grab ist mit über 9.000 Euro ein Kolumbarium. Die angezeigten Preise betreffen ausschließlich die Kosten für das Grab. Ausgaben für Bestattung, Einäscherung und anderes sind darin nicht enthalten.

Zu den Gründen für diese Gebührenentwicklung verweist das Unternehmen auf Aussagen des Instituts für kommunale Haushaltswirtschaft, wonach bereits heute über 30 Prozent der Friedhofsflächen nicht mehr benötigt würden. Als Ergebnis stiegen in Deutschland nahezu überall die Friedhofsgebühren.

Rasengräber kosten teilweise weit über 1.000 Euro

In manchen Kommunen kosten Rasengräber teilweise bereits weit über 1.000 Euro. Hintergrund sei, dass viel mehr Urnenbeisetzungen stattfinden und somit nicht mehr so viele Flächen benötigt werden. Der Anteil der Feuerbestattungen im bundesweiten Durchschnitt liege heute bereits bei 67 Prozent.

„Wir sind es als Verbraucher doch gewohnt, Preise und Leistungen zu vergleichen. Warum sollte man dies bei Gräbern nicht tun?“, so Karl-Heinz Könsgen, Geschäftsführer der Deutschen Friedhofsgesellschaft.

Friedhofssatzungen und Kosten für pflegefreie Gräber oft nahezu undurchschaubar

Dies sei auch Beweggrund für das Familienunternehmen, nun den Grabrechner zu den Kosten für pflegefreie Urnengräber anzubieten. „Es geht aber nicht nur um steigende Kosten. Für Angehörige sind Friedhofssatzungen und die letztendlich entstehenden Kosten für ein Grab oftmals nahezu undurchschaubar“, sagt Könsgen.

Der Grabrechner könne auch helfen, dass sich Menschen vorsorgend mit dem Thema Tod auseinandersetzen. Von Zuhause aus dürfte es nach Ansicht des Unternehmens manchen Menschen leichter fallen, sich inhaltlich und preislich zu informieren.