Grüne Branche

Pflicht zur Bekämpfung

Neue Schadorgnaismen an Bäumen
Die Zahl der eingeschleppten und für Bäume relevanten Schadorganismen nimmt weiterhin zu. Neben den in der April-Ausgabe vorgestellten Quarantäneschadorganismen sind dies auch neue, bislang im Umgang nicht geregelte Schadorganismen.

Die nachfolgenden Schadorganismen, die jüngst in Deutschland im Freiland aufgetreten sind, unterliegen keinen spezifischen rechtlichen Regelungen, außer der allgemeinen Pflicht zur Bekämpfung. Zur Einstufung, ob es sich um einen Schadorganismus handelt, dem phtytosanitären Risiko und ob beziehungsweise welche Bekämpfungsmaßnahmen sinnvoll sind, werden unmittelbar nach dem Fund eines potenziellen Schadorganismus vom Julius Kühn Institut (JKI) sogenannte Express-Schadorganismen-Risikoanalysen (PRA) durchgeführt. Diese PRA dienen gemäß Paragraf4a der Pflanzenbeschauverordnung den zuständigen Behörden der Bundesländer als Grundlage für Bekämpfungsmaßnahmen.

Weiter ausgebreitet: Zickzack-Ulmenblattwespe

Seit dem Bericht über die Zickzack-Ulmenblattwespe (Aproceros leucopoda) im Jahrbuch der Baumpflege 2012, wo ein erster Befall nahe Passau vorgestellt wurde, hat sich die Wespe in Deutschland und Mitteleuropa weiter ausgebreitet. In der Literatur wird zusätzlich von Nachweisen in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt berichtet. Auch Belgien und die Niederlande sind seit 2012 als neue Heimatländer zu Polen, Ungarn, Rumänien, Moldawien, Ukraine, Slowakei, Polen, Österreich, Serbien, Italien und Kroatien hinzugekommen.

Nadelschütte der Zeder

Die Nadelschütte der Zeder (Lophodermium cedrinum) trat im Frühjahr 2014 erstmals in Deutschland und Europa in einer Baumschule in Niedersachsen an Zedern auf (siehe auch Deutsche Baumschule 1/2015). Bekannte Befallsgebiete gibt es in Nordchina, Algerien/Nordafrika (Erstbeschreibung), Pakistan und Mauretanien.

Triebspitzensterben der Zeder: hohes Risiko

Erstmals für Deutschland und Europa wurde im Sommer 2014 in Niedersachsen ein weiterer Pilz an Zedern nachgewiesen, der bisher ausschließlich aus Nordamerika bekannt war: Sirococcus tsugae (Triebspitzensterben der Zeder). Der Nachweis in Deutschland erfolgte an Cedrus atlantica. In der Literatur werden zudem Tsuga heterophylla, T. canadensis, T. mertensiana und Cedrus deodara genannt.
Ein S. cedrinum-Befall zeigt sich durch braune Nadeln oder Nadelbüschel, die ab dem Frühsommer an den Zweigenden ausgebildet werden.

Lesen Sie den ausführlichen Artikel mit weiteren Beschreibungen von Schadorganismen in Ausgabe 09/2016.

Eine Literaturliste finden Sie außerdem im Downloadbereich hier .