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Pheromone: der Newsticker der Borkenkäfer

So genial wie gefährlich: Die Vermehrungsstrategie der Borkenkäfer ist ein komplexer Vorgang und wird über Duftstoffe gesteuert, sogenannte Pheromone. In den nächsten Tagen wird eine weitere Generation der Fichten-Borkenkäfer schlüpfen und geeigneten Brutraum suchen. 

Dabei kommunizieren die auch Buchdrucker genannten Borkenkäfer durch eine Duftstoff-Kombination zwischen Anlocken und Abweisen. Der Erstbefall der Fichten erfolgt durch sogenannte Pionierkäfer.  Sobald sich einige Borkenkäfer erfolgreich in den Stamm einbohren konnten, produzieren sie artspezifische Lockstoffe (Pheromone), die über das Bohrmehl abgegeben werden. Dadurch werden weitere Buchdruckermännchen und -weibchen angelockt. Ein Käferweibchen kann, wie in diesem Jahr, mehr als 100.000 Nachkommen erzeugen.

Bei einem Massenbefall der Fichte entstehen aus den Lockstoffpheromonen durch chemische Prozesse Ablenkstoffe. Diese vermitteln das Signal „Brutraum besetzt“. Es fliegen weiterhin Borkenkäfer an, die sich aber nicht in den besetzten Stamm einbohren, sondern auf die umstehenden Fichten ausweichen. Der Befall weitet sich aus – es entstehen die sogenannten „Käfernester“, die aus mehreren befallenen Bäumen bestehen. Sofern keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, kann das zur flächigen Auflösung der Fichtenbestände führen.

Das Pheromon gesteuerte Verhalten der Borkenkäfer wird genutzt, um die Befallstätigkeit genutzt zu überwachen. Durch Lockstofffallen werden in den Forstrevieren Daten über den Käferflug erhoben. Spezialisten an der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) werten die gesammelten Daten aus und erstellen für die Waldbesitzer Warnhinweise und Bekämpfungsempfehlungen.

www.lwf.bayern.de