Grüne Branche

Phytoplasmosen: AGOZ sieht Maßnahmen in Baumschulen vor

Phytoplasmosen kommen als Pflanzenkrankheiten beispielsweise an Apfel, Birnen, Steinobst und Ziergehölzen der Gattungen vor. Sie können durch saugende Insekten leicht übertragen werden. Mit großer Sorge stellt nun der Fachausschuss Veredelungsunterlagen des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) fest, dass die entsprechenden Krankheiten Apfeltriebsucht, Birnenverfall und Steinobstverfall im benachbarten Ausland zum großen Problem werden. Und, so hob Fachausschussvorsitzender Walter Thies hervor "auf diese Probleme sind wir in Deutschland völlig unzureichend vorbereitet, da unsere AGOZ als Instrument zur Vermeidung und Bekämpfung der genannten Phytoplasmosen nichts taugt". Die so genannte Anbaumatererialverordnung AGOZ soll die Versorgung mit gesundem und qualitativ einwandfreiem Ausgangsmaterial bei Obst mit den beiden Standards zertifiziertes (frei von Krankheiten, amtlich anerkannt) und CAC-Material (augenscheinlich frei von Krankheiten) gewährleisten. Der Fachausschuss Veredlungsunterlagen fordert, unterstützt vom Fachausschuss Obstgehölze, dass die erwähnten Phytoplasmosen dem Feuerbrand bei der Entfernung kranker Pflanzen gleichgestellt werden und geeignete Mittel zur Bekämpfung eine unbürokratisch und kurzfristige Zulassung erhalten. Diese Forderung soll auf Beschluss des BdB-Hauptausschusses an die Nachfolgebehörde der früheren Biologischen Bundesanstalt weitergeleitet werden. Wie Thies erläuterte, gibt es im Gegensatz zu Feuerbrand und zu Scharka bei Phytoplasmosen bislang noch keine Möglichkeit, Infektionsquellen in Gärten und in der freien Landschaft per Verordnung entfernen zu lassen. Doch hier sei eine Gleichstellung unbedingt erforderlich. Schließlich handele es sich bei den übertragenden Vektoren um verschiedene Blattsauger, die sehr mobil, langlebig und zeitlebens infektiös und schwierig zu bekämpfen sind, erinnerte er. Es fehle an geeigneten zugelassenen Pflanzenschutzmitteln, einem Verfahren zur Feststellung des Gefahrenpotenzials, geeigneten Kontrollverfahren zur sicheren Diagnose sowie Kontrolle und ein Warndienst. Thies : "De facto sind deshalb Phytoplasmosen in Deutschland nicht kontrollierbar". Die AGOZ bürde dagegen die ganze Last der Bekämpfung den Baumschulen auf. Denn für sie werden die genannten Phytoplasmosen als Quarantäneerreger eingestuft, bei Auftreten die Vernichtung befallener Baumschulbestände verfügt und bis zu drei Jahre eine Quarantäne der Baumschule verhängt. Dies bedeute drei Jahre kein Verkauf.