Grüne Branche

Piet Meinen gehört ab sofort zu FleuraMetz

Das Blumen- und Pflanzenhandelsunternehmen Piet Meinen hatte Mitte letzten Jahres Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Unternehmen zu restrukturieren, wie der Insolvenzverwalter damals in Aussicht gestellt hatte, ist nun leider doch nicht gelungen: Nach aktuellen Informationen steht die ehemalige Halle des Unternehmens leer und zur Vermietung, die Website existiert nicht mehr. 

Gehören jetzt zu FleuraMetz: Piet Meinen-Franchise-Filialen wie diese im City Center Langenhagen. Foto: Katrin Klawitter

Die rund 30 Blumen-Shops von Piet Meinen in Norddeutschland werden dennoch fortgeführt, wie Insolvenzverwalter Dr. Christian Willmer, Kanzlei Willmer und Partner (Verden), gegenüber der TASPO angibt: „Der Geschäftsbetrieb der Franchise-Shops ist im Zuge einer sanierenden Übertragung auf die Okay Blumen GmbH übertragen worden.“ Diese habe ankündigt, an der Marke „Piet Meinen“ festzuhalten. „Die bestehenden Blumen-Shops werden daher weiter unter diesem Namen betrieben“, so Willmer.

Franchise-Filialen unter Regie von FleuraMetz
Eingetragener Geschäftsführer der im März neu gegründeten, übernehmenden „Okay Blumen GmbH“ ist Timo Balster, Tax Manager der FleuraMetz, das damit die Piet Meinen-Franchise-Filialen unter seiner Regie hat und dadurch im Prinzip zum Wettbewerber seiner eigenen Kunden, den Floristikfachgeschäften, geworden ist. Unter anderem betreibt FleuraMetz auch einen Handelsstandort in Hannover.

Frank Koenen, CEO von FleuraMetz, sieht durch die Übernahme Vorteile für alle Floristen unter seinen Kunden: „Die Strategie von FleuraMetz wird sich auch in Zukunft durch die Erhaltung der selbstständigen Unternehmer der Piet Meinen-Kette in keiner Weise ändern. Ein Grund für die Übernahme liegt in der Sicherstellung von Transportvolumen in diese Regionen. Es ist unsere Verantwortlichkeit, maximale Blumenvolumen zu bündeln, um damit eine notwendige Transporteffizienz zu erreichen. Das stärkt unsere ,core Kunden‘, die selbstständigen Floristen in dieser Region.“

Aktuell keine Expansionen vorgesehen
Wie Koenen weiter ausführt, handelt es sich bei der Piet Meinen-Kette um eine sehr selbstständige und weiche Form von Franchise-Prinzipien, die auch weiterhin beibehalten wird. „Die bestehenden Shops werden in ihrer bisherigen Substanz fortgesetzt, es sind aktuell keine Expansionen vorgesehen. Es gibt keine 100-prozentige Belieferung durch FleuraMetz. In erster Linie sehen wir unsere Verpflichtung in der Garantie, Sicherung und Erweiterung des Umsatzvolumens, um all unseren Kunden ein reichhaltiges Angebot mit all den angebotenen Serviceleistungen zu sichern.

Wir sehen unsere Aufgabe in einer stetigen Verbesserung und Optimierung aller vom Unternehmen angebotenen Leistungen, Sortimentsvielfalt und Sortimentsvolumen. Darüber hinaus ist die Sicherung und Verbesserung der Effizienz des Unternehmens ein vorrangiger und entscheidender unternehmerischer Aspekt, den wir auch in der Zukunft konsequent verfolgen wollen. Gegenwärtig beliefern wir mehr als 42.000 selbstständige Floristen in Europa und Nord-Amerika, somit bedeutet die Teilbelieferung des benötigten Sortimentes von 25 selbstständigen Unternehmern in keiner Weise eine Strategieänderung des Unternehmens.“

Mitarbeiter konnten nicht alle übernommen werden
Da nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernommen werden konnten und Unternehmensbereiche, wie etwa der Großhandel, eingestellt werden mussten, wurde eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft eingerichtet, um die Chancen zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, erläutert Willmer. Von den 24 festangestellten Arbeitnehmern konnten 16 aus der Transfergesellschaft heraus in neue Arbeitsverhältnisse vermittelt werden.

Als Gründe für das Scheitern des Großhandelsbereiches von Piet Meinen gibt Willmer an, der Bereich des Großhandels sei bereits seit Jahren defizitär verlaufen und in der Vergangenheit massiv durch einen holländischen Lieferanten unterstützt worden. „Der Rückzug dieses Lieferanten führte letztendlich auch zur Insolvenzantragsstellung. Im Ergebnis war der Bereich des Großhandels daher nicht sanierungsfähig“, so Willmer. (kla)