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Pillnitzer Gewächshäuser öffnen für Besucher

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Die Lehr- und Versuchsgewächshäuser in Dresden-Pillnitz öffnen am ersten Märzwochenende ihre Pforten für interessierte Besucher. Passend zum Motto „pflanzen wurzeln“ stehen die Arbeiten der Pillnitzer Meisterschüler rund um die wichtigen unterirdischen Pflanzenorgane im Zentrum der „Pillnitzer Gewächshaustage“.

In den Lehr- und Versuchsgewächshäusern am Standort Dresden-Pillnitz betreiben das LfULG, die Hochschule für Technik und Wirtschaft und das JKI Forschung rund um Obst, Gemüse und Zierpflanzen. Foto: Frank Urbitsch/JKI

Wurzeln als Schlüssel zum Erfolg im Gartenbau

Wurzeln sind der Schlüssel zum gärtnerischen Erfolg, heißt es in der Presseankündigung zur Veranstaltung – egal, ob im Obst- oder Zierpflanzenbau, der Baumschule oder Friedhofsgärtnerei. So lässt sich unter anderem das Wachstum vieler Obst-Arten durch Wurzelschnitt oder Veredlung auf „fremde“ Wurzeln gezielt beeinflussen.

Gleichzeitig sind Wurzeln verschrien, da ein zu starkes Wachstum der Pflanzenorgane Schäden am Mauerwerk verursachen oder benachbarte Pflanzen beeinträchtigen kann. Und sie bieten Krankheitserregern einen Ansatzpunkt – ein Aspekt, den die Wissenschaftler vom JKI-Institut für Züchtungsforschung an Obst aufgreifen, um im Rahmen der „Pillnitzer Gewächshaustage“ über die sogenannte Nachbaukrankheit bei Obstgehölzen zu informieren.

JKI-Wissenschaftler mit Forschungsergebnissen zur Nachbaukrankheit

Anfällig für die Nachbaukrankheit sind praktisch alle im modernen Apfelanbau verwendeten schwachwachsenden Apfelunterlagen, was sowohl für Obstbauern als auch in Baumschulen problematisch ist. Das JKI hat deshalb verschiedene Wildapfelarten untersucht und herausgefunden, dass bestimmte Genotypen weniger anfällig sind als andere. Mehr dazu verraten die JKI-Forscher bei den „Pillnitzer Gewächshaustagen“.

An der zweiten Station des Julius Kühn-Instituts zeigen die Wissenschaftler, wie Obstgehölze veredelt und die Unterlagen für die Veredlung von Obstbäumen vermehrt werden. Thema ist ebenfalls, welchen Einfluss die Unterlage auf den Wuchs hat und welche Baumformen und -qualitäten von Baumschulen angeboten werden.

Können Pflanzen ohne Wurzeln auskommen?

Darüber hinaus will die Ausstellung „pflanzen wurzeln“ der spannenden Frage nachgehen, ob Pflanzen gänzlich ohne Wurzeln auskommen können, wie die Veranstalter der „Pillnitzer Gewächshaustage“ – das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), das Julius Kühn-Institut (Züchtungsforschung an Obst) sowie Schloss & Park Pillnitz – schreiben.

In den Versuchsgewächshäusern des LfULG wird es vorrangig um Zierpflanzen und die Wirkung von energieeffizienter Belichtung in der lichtarmen Jahreszeit. In einem Forschungsprojekt vergleichen die Experten des Sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie verschiedene Lampensysteme inklusive LED, in den Gewächshäusern stehen neben blühenden Zimmerpflanzen auch Beet- und Balkonpflanzen wie Pelargonien und Fuchsien.

Versuche zum Unter-Glas-Gemüsebau bei „Pillnitzer Gewächshaustagen“

Die HTW, die im Bereich Gartenbau Bachelor- oder Master-Studiengänge anbietet, zeigt bei den „Pillnitzer Gewächshaustagen“ unter anderem die Pelargonien-Sammlung der Deutschen Genbank Zierpflanzen. Darüber hinaus wird es um Versuche zur Anzucht von Moosmatten für vertikale Begrünungen, um Pflanzenstärkungsmittel im Gewächshaus-Gemüsebau sowie die Unter-Glas-Kultur von Ingwer gehen.

Die „Pillnitzer Gewächshaustage“ finden am 2. und 3. März, jeweils von zehn bis 17 Uhr in den Lehr- und Versuchsgewächshäusern in der Lohmener Straße 10 in Dresden-Pillnitz statt. Der Eintritt ist kostenlos.