Grüne Branche

Plantarium noch immer im WM-Fieber: Niederländischer Export nach Deutschland schwächelte

Noch ganz im WM-Fieber fand die Baumschul-Fachmesse Plantarium im niederländischen Boskoop statt. Goal! lautete diesmal das Leitthema vom 23. bis zum 26. August. 262 Aussteller, davon 15 aus dem Ausland, stellten in diesem Jahr ihr Angebot an Gehölzen, Zubehör und Dienstleistungen vor. Tor! – und damit Treffsicherheit für das Baumschulgeschäft hieß zwar das Motto, doch hoffentlich schneidet die Wirtschaft besser ab als die niederländische Elf bei der Fußball-WM in Deutschland, sagte Jan van den Bos, Vorsitzender der Messestiftung Vakbeurs voor de Boomkwekerij bei der Eröffnung. Zumal Deutschland doch der wichtigste Exportmarkt für die niederländischen Baumschulen ist. Und gerade der hat geschwächelt in der vergangenen Saison. Um 13 Prozent fielen die Exporte auf 114,8 Millionen Euro für Baumschulprodukte. Besonders negativ kamen der September 2005 mit einem Minus von 25 Prozent und der März 2006 mit einem Minus von 26 Prozent daher. Auch der April sei schlecht ausgefallen, der Mai konnte etwas wieder gut machen, aber diese verlorenen Punkte lassen sich nicht ganz wieder aufholen, so van den Bos. Auch die aus niederländischer Sicht erfolgreichen Gehölzausfuhren nach Großbritannien mit plus einem Prozent und nach Irland mit sogar plus 20 Prozent konnten den Rückstand nicht hereinholen. So blieb es insgesamt bei vier Prozent weniger gegenüber der letztjährigen Saison. Doch mit einer Wetterbesserung und den nach der Fußball-WM doch optimistischeren Signalen aus Deutschland soll sich das Spiel wieder drehen, so van den Bos. Einen erheblichen Teil trügen die Plantarium und die weiteren Aktivitäten am Marktplatz im Handelszentrum Hazerswoude/Boskoop dazu bei. Im Greenpark, im zwölf Hektar großen Handelszentrum, stehe sozusagen auch die Wiege der einzigartigen Zusammenarbeit zwischen den Vermarktern FloraHolland und Boskoopse Veiling: Zum 1. Januar 2007 plant die Flora Holland die Übernahme der Aktivitäten der Boskoopse Veiling. Weitere Handelspartner und Mieter seien willlkommen, ebenso aus dem Ausland. Zusammenhalt, Teamgeist und viel Bewegung hält van den Bos für die gesamte Baumschulwirtschaft für unerlässlich. Größere Produktionseinheiten und Spezialisierung führten dann dazu, dass auf Handelsseite nicht nur immer neue Nischen, sondern auch neue Kundenkreise erschlossen werden. So beliefern niederländische Baumschulen nach Gartencentern und Baumärkten auch Supermarktketten und Discounter.