Grüne Branche

Plastik – bald nicht mehr als Tüte?

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Zum 1. Juli tritt die freiwillige Verpflichtung zwischen dem Handelsverband HDE und dem Bundesumweltministerium in Kraft, die dafür sorgen soll, dass künftig 60 Prozent der Plastiktüten etwas kosten sollen. Wie sieht es damit in der Praxis aus, und was heißt das für die grüne Branche?

Rewe trennt sich komplett von Plastiktüten – bis Juli werden aber noch Restbestände in den Märkten verkauft. Fotos: Andrea Eggers

Die Nachricht schaffte es sogar in die Tagesschau: Rewe trennt sich künftig komplett von Plastiktüten, in den über 3.000 Rewe-Märkten bundesweit wird es nur noch Einkaufstüten aus Baumwolle, Jute, Papier, Karton sowie Permanent-Tragetaschen geben. Der Entscheidung war ein Test in 130 Märkten vorausgegangen. Von dort gab es grünes Licht, rund zwei Drittel der Verbraucher wollten auf Mehrfach-Taschen umsteigen. Restbestände an Plastiktragetaschen werden in den Märkten noch bis Juli verkauft.

Obolus soll Nutzung der Tüten aus Plastik verringern

Die Entscheidung von Rewe steht im Zusammenhang mit der Vereinbarung, die der Handelsverband HDE mit dem Bundesumweltministerium getroffen hat. Nach dieser zum 1. Juli 2016 in Kraft tretenden freiwilligen Verpflichtung will der HDE dafür sorgen, dass 60 Prozent der Plastiktüten zukünftig etwas kosten. Die Erhebung eines Obolus soll dazu führen, dass insgesamt weniger Plastiktüten genutzt werden.

Nicht festgehalten ist in der Selbstverpflichtung der genaue Preis, den eine Plastiktüte zukünftig kosten wird. Der HDE argumentiert unter anderem mit „kartellrechtlichen Gründen“, die eine konkrete Preisfestlegung nicht zulassen würden. Jeder kann für eine Plastiktüte also nehmen, was er will, es wird von einer Preisspanne von fünf bis 50 Cent ausgegangen.

Plastiktüten in der grünen Branche: Empfehlung des ZVG

Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) hat seinen Mitgliedern schon vor der Verabschiedung der Selbstverpflichtung empfohlen, Kunststofftragetaschen nur noch gegen eine Gebühr abzugeben. Empfohlen werden 20 Cent pro Tragetasche, bei größeren Tüten entsprechend mehr. Statt Einweg-Plastiktüten sollten möglichst Mehrwegalternativen verwendet werden. Tüten aus Materialien wie Biokunststoff oder Papier sind, so der ZVG, laut Bundesumweltamt keine ökologisch sinnvolle Alternative.

Der ZVG prüft derzeit eine Beteiligung beziehungsweise eine Empfehlung zu einer Beteiligung an der Selbstverpflichtung des Handels.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der TASPO 24/2016, die am 17. Juni erscheint.