Grüne Branche

Plastikgegner wollen Einwegtrays ersetzen

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Die niederländische Umweltorganisation Plastic Soup Foundation (PSF) hat eine Mehrweg-Kampagne gestartet mit dem Ziel, den Kunststoffverbrauch im niederländischen und deutschen Zierpflanzenbau zu verringern. Zunächst geht es PSF um Einwegtrays für Topfpflanzen, die durch den Floratino ersetzt werden sollen.

Weg vom Einweg-, hin zum Mehrwegtray lautet das Ziel der Plastic Soup Foundation. Foto: corbis micro/Fotolia

In einem Positionspapier (auf Deutsch) hat PSF – der Name der Organisation weist auf die Verschmutzung der Meere durch Kunststoffe hin, die das Wasser in eine giftige „Plastikbrühe“ verwandeln – Fakten und Ideen zu diesem Thema zusammengestellt.

Rund 6.000 Tonnen Kunststoff-Einwegtrays jährlich allein in Deutschland

Demnach werden jährlich etwa 180 Millionen Normpack-Einwegtrays hergestellt, die rund 23.000 Tonnen wiegen. Ein Großteil der Trays werde exportiert und müsse in den Zielländern vor allem von Einzelhändlern und Verbrauchern entsorgt werden. Rund 6.000 Tonnen Kunststoff-Einwegtrays gelangen jährlich nach Deutschland.

Den Floratino-Mehrwegtray hält PSF für die beste Alternative zum Einwegtray. Der Handel könne mit einem Mehrweg-System die Sympathie der Verbraucher gewinnen. PSF vermutet jedoch, dass der Zwischenhandel mit den Einwegtrays einen Gewinn erzielt und auch deshalb daran festhält.

PSF hat nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit Unternehmen geführt, darunter Landgard und Rewe. Die Ansprache der Verbraucher stehe noch bevor, ein Partner in Deutschland könnte die Umweltorganisation BUND sein.

Landgard: Mehrwegtrays reduzieren Plastikmüll, aber …

Landgard bestätigte auf Anfrage der TASPO ein Gespräch mit PSF. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie spiele das Thema Mehrweg eine wichtige Rolle. Der Vermarkter habe PSF seine Aktivitäten zu Mehrwegtrays vorgestellt. Natürlich reduzierten diese die Menge an Plastikmüll, allerdings dürften auch die Nachteile für die Umwelt nicht übersehen werden, so Landgard. Die Mehrwegtrays müssten gereinigt und zurücktransportiert werden.

Um eine wissenschaftliche Bewertung der Vor- und Nachteile von Einweg- und Mehrwegtrays zu erhalten, habe die Landgard Stiftung gemeinsam mit einem großen Handelskunden eine Studie beim Fraunhofer Institut in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse zum Jahresende vorliegen sollen.

Sollten diese die Nachhaltigkeit von Mehrwegtrays bestätigen, werde sich Landgard für eine branchenweite Lösung einsetzen, die nachhaltig und für Erzeuger und Kunden praktikabel ist. Entscheidend sei, dass es am Ende keine Insellösungen gebe.