Poinsettien im Handel: Regionalität als Kaufanreiz

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Maik Epping, Retail Manager Westeuropa bei Dümmen Orange, befasste sich mit der Marktentwicklung bei Poinsettien. Foto: Dr. Heinrich Dreßler

Rund 45 Gärtner informierten sich beim Poinsettien-Seminar von Dümmen Orange in Rheinberg über neue Sorten, Pflanzenschutz und Torfersatz. Auch mit der Marktentwicklung bei Weihnachtssternen befasste sich die Veranstaltung.

Über 30 Millionen Poinsettien pro Jahr in Deutschland verkauft

Jährlich werden in Deutschland mehr als 30 Millionen Exemplare verkauft, 2018 gaben die Verbraucher dafür rund 105 Millionen Euro aus, führte Maik Epping, Retail Manager Westeuropa bei Dümmen Orange, dazu aus. 90 Prozent der Ausgaben für Poinsettien tätigen die Käufer demnach in sechs Wochen mit einem Höhepunkt in Woche 48, zum ersten Advent. Etwa ein Drittel wird im Fachhandel gekauft, 30 Prozent beim Discounter, 25 Prozent im Supermarkt.

Bei Pflanzen im 12er-Topf ist im Handel eine Preisspanne von 1,20 Euro zu verzeichnen (1,79 bis 2,99 Euro) – preislich bieten sich also noch Möglichkeiten, so Epping. Der Durchschnittspreis für ein Exemplar ist 2018 über alle Größen und Formen um zehn Cent auf 2,91 Euro gestiegen, als Gründe nannte Epping den verstärkten Kauf größerer sowie aufgewerteter Pflanzen.

Anteil roter Poinsettien-Sorten könnte noch wachsen

Minis in Töpfen kleiner als neun Zentimeter sind weniger gefragt. Lag ihr Anteil 2013 und 2014 noch bei 30 bis 40 Prozent, waren es 2018 weniger als 20 Prozent. Der Anteil roter Sorten liegt bei 80 Prozent. Er könnte nach Eppings Vermutung wachsen, während Pink rückläufig sein könnte. Sonderfarben spielen vor allem in der frühen Saison und im Fachhandel eine Rolle.

Kriterien wie Bio-Anbau und biologischer Pflanzenschutz, Fairtrade und regionale Herkunft werden für die Käufer wichtiger. Gerade die Regionalität sei ein Verkaufsargument, aber auch beim Transport seien kurze Wege von Vorteil. Etwa die Hälfte der deutschen Poinsettien-Fertigware stammt aus Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen. Rund 20 Prozent werden importiert.

Bunter Sortenmix mit Potenzial im Handel

Ein bunter Sortenmix könnte Potenzial im Handel bieten, auch mit Pflanzen von unterschiedlicher Höhe, wie es bei Blumensträußen derzeit ein Trend sei. Kombitöpfe mit mehreren Farbsorten oder gefärbte Pflanzen könnten ebenfalls Chancen bieten. Indigo als „Trendfarbe 2020“ ist bei Poinsettien nur mit Kolorierung erreichbar.

Mehr zum Poinsettien-Seminar von Dümmen Orange lesen Sie in der TASPO 6/2020, die in unserem Online-Shop abrufbar ist.

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