Grüne Branche

Poinsettien-Neuheitensichtung: Gelbe und Weiße ragten heraus

Christmas Beauty Lime’ und ‘Princettia Pearl’! Die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Heidelberg rückte diese beiden neuen Poinsettiensorten ins Blickfeld.

Die zitronengelbe ‘Christmas Beauty Lime’ (Züchter und Herkunft der Jungpflanzen: Selecta Klemm) und die weiße ‘Princettia Pearl’ (Herkunft der Jungpflanzen: Beekenkamp) wurden beim Weihnachtsstern-Sortenvergleich 2013 in Heidelberg nämlich – bezogen auf die Neuheiten – am besten bewertet.

Ute Ruttensperger und Rainer Koch vom Fachbereich „Gartenbauliches Versuchswesen“ der LVG hoben im Dezember beim Zierpflanzenbautag Baden-Württemberg diese beiden Sorten dementsprechend hervor.

55 überwiegend neue Poinsettien-Sorten aus fünf Herkünften (Beekenkamp, Dümmen, Ecke, FloriPro/Syngenta Flowers, Selecta Klemm) standen in Heidelberg auf dem Prüfstand.

Generell ging es um „Anbaueigenschaften neuer Poinsettien-Sorten“. Bewertet wurden: Zeitpunkt der Verkaufsreife, Wuchsform, Brakteenform, Gesamteindruck. Um als verkaufsfertig bonitiert zu werden, mussten mindestens drei Brakteenkränze an den sichtbaren Brakteen vollständig ausgereift sein. Festgehalten wurden auch die Neigung zur Kindelbildung, die Ausrichtung der Brakteen sowie der Wuchstyp (V-Form oder von unten her breit aufbauend).

Angestrebt ist ein V-förmiger Wuchs der Poinsettien, weil dies vorteilhaft beim Eintüten der Pflanzen ist und die Bruchgefahr mindert. Bei 17 der 55 Sorten war eine ausgeprägte V-Form erkennbar: ‘Saturnus Red’ und ‘Saturnus Pink’ (Herkunft: Beekenkamp), ‘Amaris Pink’ und ‘Amaris Hot Pink’ (Herkunft: Dümmen), ‘Prestige Sunrise’ und ‘Sorbet’ (Herkunft: Ecke), ‘Titan Red’ und ‘Sigma’ (Herkunft: Syngenta Flowers), ‘Christmas Beauty’, ‘Vesuvio’, ‘Vesuvio Pink’, ‘Aurora’ und ‘Merry White 14’ (Herkunft: Selecta Klemm). Außerdem wurde diese gewünschte Eigenschaft drei noch nicht benannten Neuheiten Dümmens sowie einer noch nicht benannten Neuheit aus der Palette von Selecta Klemm bescheinigt.

Neigt eine Sorte stark zur Kindelbildung, so wird unter Umständen die Durchlüftung beeinträchtigt und damit die Botrytis-Gefahr erhöht. Bei 18 der 55 Sorten stellten die Heidelberger eine Neigung fest, Kindel zu bilden.

Die oben erwähnten Sorten ‘Princettia Pearl’ und ‘Christmas Beauty Lime’ erhielten bei der Bewertung des Gesamteindruckes die Note 8 (Skala: 1 = schlechteste, 9 = bestmögliche Bewertung). Ebenfalls Note 8 im Gesamteindruck erreichte die ‘Supreme Bright Red 2012’ (Herkunft: Dümmen).

Zu ‘Princettia Pearl’ mit relativ kleinen weißen Brakteen notierten die Heidelberger Versuchsansteller: „Kompakter Aufbau, schöner Laub/Brakteen-Kontrast, Brakteen stehen über dem Laub, etwa 60 Prozent der Brakteen sind gesplittet“. Die Sorte neigt zur Kindelbildung. Keine V-Form!

‘Christmas Beauty Lime’ – manchen Poinsettien-Produzenten unter der Testbezeichnung SK 108 bekannt – hat „leuchtstarke“, zitronengelbe, aufrecht ausgerichtete Brakteen. Aufgrund der dunklen Blätter ergibt sich ein deutlicher Laub/Brakteen-Kontrast. Die Heidelberger hoben zu dieser Sorte außerdem den kompakten Aufbau und die vielen Triebe hervor. Diese Sorte gilt auch als besonders interessant für Einzelhandelsgärtnereien. Keine V-Form!

Zur ‘Supreme Bright Red 2012’ gab es folgende Anmerkungen: „Schwere Ware, kleine runde Brakteen, breit ausladend!“ Die Brakteen sind aufrecht ausgerichtet.

Zwölf Sorten erreichten Note 7 im Gesamteindruck und damit eine gute bis fast sehr gute Bewertung. Welche das sind, lesen Sie in der aktuellen TASPO 6/14. (eh)