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Porträt: „Forschung an der Pflanze war mein Steckenpferd“

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Die Züchtung ist seit jeher das Steckenpferd von Friederike von Rundstedt, Inhaberin von Bock Bio Science. Dem Unternehmen, Spezialist für Gewebevermehrung und Biotechnologie, ist mit der Entwicklung der RoBoCut-Technologie ein Meilenstein gelungen.

Friederike von Rundstedt ist seit 2003 Inhaberin von Bock Bio Science. Foto: Jörg Sarbach

Elterlicher Gärtnerei von klein auf verbunden

Von klein auf waren Friederike von Rundstedt und ihre Schwester der elterlichen Gärtnerei eng verbunden. 1914 von ihrem Urgroßvater in Bremen gegründet, wurde der Betrieb in der mütterlichen Linie weitervererbt. 

1976 übernahm ihre Mutter das Ruder und widmete sich mit dem Wunsch, „Blumen anzubieten, die lange halten und immer wieder nachblühen“, besonders der Züchtung von Topfpflanzen wie Anthurien und Spathiphyllum.

Auf erste In-vitro-Vermehrungen folgte die Gründung eines Gewebelabors, erinnert sich von Rundstedt, die zunehmend Interesse an Zierpflanzen gewann. In ihrem Studium widmete sie sich molekularer Genetik und betriebswirtschaftlichem Marketing. Mit Diplom kam sie 1995 in den Betrieb.

Weiterentwicklung der In-vitro-Kultur als Antrieb

„Die Forschung an der Pflanze war mein Steckenpferd. Damals trieb mich die Weiterentwicklung der In-vitro-Kultur an“, erzählt die Expertin. „Seit 1986 arbeiteten meine Mutter und ihr Team mit Orchideen wie Phalaenopsis. Es ging um gesündere, schnellere und vielfältigere Kultur. Also wurden biotechnische Verfahren zur Massenproduktion von Klonen entwickelt und man züchtete neue Klonsortimente. Christrosen, gefüllte Gloxinien und Alpenaurikeln standen beispielsweise auf dem Programm“, erklärt von Rundstedt. 

„Heute züchten und vermehren wir neben Zierpflanzen auch Stauden, Gehölze oder Genusspflanzen, und wir produzieren ganzjährig Jungpflanzen von eigenen und exklusiven Kundensorten.“ Das immer breitere Sortiment wird in ganz Europa verkauft. Zur Produktpalette zählen heute Phalaenopsis, Helleborus, verschiedene Stauden, tropische Zierpflanzen, Gehölze und Beerenobst.

RoBoCut-Technologie gewinnt TASPO Award

Mit der Entwicklung der RoBoCut-Technologie ist ein Meilenstein gelungen, der 2018 mit einem TASPO Award in der Kategorie „Innovatives Produkt“ ausgezeichnet wurde. Mit der Technik erfolgt bei der In-vitro-Vermehrung der „Griff in die Kiste“ mit zwei Roboterarmen, um die Pflanzen zu entnehmen. „Dann erfolgt die Zerteilung mittels Laser berührungslos und keimfrei“, erklärt von Rundstedt.

Rund 65 Mitarbeiter arbeiten bei Bock Bio Science, darunter ein 18-köpfiges Team von Wissenschaftlern, die in der Forschung und Entwicklung tätig sind. Während ihr Ehemann Stephan die Fäden rund um den Vertrieb in der Hand hat, ist Friederike von Rundstedt mit Aufgaben rund um Produktion, Entwicklung, Controlling, Finanzen und Produktionsplanung betraut.

Die Highlights aus der Verleihung der TASPO Awards in der Rubrik Produkte erleben Sie noch einmal in unserem Videomitschnitt.