Grüne Branche

Porträt: „Mein Herz hängt an Schnittblumen“

, erstellt von

Als Peter Gervens nach der Meisterschule in den elterlichen Betrieb in Straelen kam, wurde dort noch viel Gemüse im Freiland produziert, wie Salat oder Sellerie. 2010 hat ihn der gelernte Zierpflanzengärtner komplett auf Tulpen, Lilien und Co. umgestellt – mit Erfolg.

Hauptkultur von Peter Gervens sind Tulpen in rund 40 Sorten. Foto: privat

Etwa 2,8 Millionen Stiele pro Jahr

Nach und nach verlagerte Gervens die Produktion auf Schnittblumen und hat 2010 ganz umgestellt. Er hat jedes Jahr investiert, zum Beispiel in eine Pflanzstraße, eine Bündelstraße oder eine Photovoltaikanlage.

Gervens produziert jährlich auf rund drei Hektar Freilandfläche und 4.000 Quadratmeter unter Glas etwa 2,8 Millionen Stiele. Hauptkultur sind Tulpen in rund 40 Sorten. Danach stehen bis Allerheiligen Lilien auf dem Plan. Zusätzlich baut Gervens im Freiland Helianthus und im Gewächshaus Chrysanthemen und Limonium an.

„Tulpen pflanzen wir alle selbst auf“

„Die Tulpen pflanzen wir alle selbst auf“, erklärt der Gärtnermeister. Dabei stehen rund 75 Prozent auf Substrat, 25 Prozent werden auf Wasser kultiviert. Meist werden die Stiele farblich sortiert, aber auch bunt gemischte Sträuße sind sehr gefragt. Mit seinem Sortiment will sich Gervens vom Discounter abheben. Meist pflanzt er 12er-Zwiebeln, um dem Fachhandel eine gute Stielqualität anbieten zu können.

Die Tulpen-Hauptsaison reicht von Mitte Februar bis Mitte März, mit entsprechenden Arbeitsspitzen, in denen die Mitarbeiter reichlich zu tun haben.

Gervens kauft die Tulpenzwiebeln teils vorgekühlt, kann aber in sein Kühlhaus 300 Europaletten einstellen, um eine Restkühlung zu gewährleisten. Die Kultur sei heute einfacher geworden, erinnert Gervens an frühere Zeiten, in denen Tulpenzwiebeln noch auf dem Feld unter Stroh gekühlt werden mussten. Dennoch sei auch heute Fingerspitzengefühl erforderlich.

Gervens vermarktet Schnittblumen jahrrund

Nach den Tulpen passen die Lilien gut in das Programm, sagt Gervens, der auf LA-Typen setzt, die relativ haltbar sind und eine gute Ernte bringen. Vor allem weiße Blüten sind gefragt. Limonium werden meist gemischt geerntet. Großblumige Freiland-Sonnenblumen in schwerer Qualität werden mit 25 Stielen im Eimer verkauft.

„Meine Hauptaufgaben liegen in der Organisation, vom Zwiebeleinkauf bis zur Vermarktung. Aber dennoch packe ich jeden Tag auch in der Produktion mit an“, so Gervens. Er vermarktet einen großen Teil jahrrund an den Uhren und im Uhrvorverkauf der Veiling Rhein-Maas.