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Porträt: „Mein Urgroßvater hielt Orchideen für brotlose Kunst“

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Orchideen aus Groß Hehlen bei Celle sind heute in der ganzen Welt bekannt. Seit fünf Jahren ist der Gartenbau-Ingenieur Christian Wichmann Herr über mehrere hundert Arten und Sorten.

Christian Wichmann ist nach seinem Gartenbau-Studium in Delft und einem Praktikum in einem Orchideen-Betrieb in Geldern-Walbeck 2001 in das elterliche Unternehmen eingetreten. Foto: privat

Familienbetrieb in vierter Generation

Wichmann leitet die Produktion und das Orchideen-Zentrum in vierter Generation. Für ihn war es sehr früh klar, in die Fußstapfen seines Vaters Johann-Christian zu treten. Während dieser noch täglich in der Züchtungsabteilung anzutreffen ist, entschied sich Wichmann für den Schwerpunkt Betriebswirtschaft.

„Mein Urgroßvater, der den Betrieb 1897 in Celle gegründet hat, hielt Orchideen für eine brotlose Kunst“, erzählt Wichmann. Im Laufe der Jahre wurde die Hochglasfläche erweitert und 1979/80 siedelte der Betrieb an den Stadtrand von Celle nach Groß Hehlen um.

Orchideen-Zentrum für Endkunden erweitert

„Bis heute haben wir die Gärtnerei auf rund 9.000 Quadratmeter Hochglas ausgebaut und modernisiert. Für unsere Endkunden wurde das Orchideen-Zentrum auf 650 Quadratmeter erweitert“, erklärt Wichmann. Der Veranstaltungskalender ist lang. Dazu werden Raritäten und Naturformen in die ganze Welt versendet. Seit 2002 gibt es einen Webshop.

Ob eigene Züchtungen wie Phalaenopsis ‘Schöne von Celle’, ‘Celler Juwel’ und ‘Christa Wichmann’, Paphiopedilum ‘Celler Freude’ und Laeliocattleya ‘Alma Wichmann’ oder viele Sonderformen – Wichmann vermarket auch an Wiederverkäufer wie Gartencenter, Gärtnereien und den Großhandel.

Wichmann setzt Fokus auf Farben, Formen und Duft

„Unser Schwerpunkt in der Produktion liegt bei Paphiopedilum, Phalaenopsis, kühl wachsenden Odontoglossum oder Multihybriden. Zu den Besonderheiten gehört Vanille, die wir im Topf in mehreren Größen produzieren.“

In der Züchtung setzt Wichmann den Fokus auf Farben, Formen und Duft. „Anderthalb bis sieben Jahre dauert es, bis die ersten Pflanzen blühen.“ Allerdings ändere sich die Mode immer wieder. „Wichtig ist es, ein breites Farbspektrum anbieten zu können. Weiß bleibt aber beständig“, so Wichmanns Erfahrung.

Mehrere hundert Quadratmeter pro Kultur

Neun Mitarbeiter gehören zum Team in der Produktion. Für die einzelnen Kulturen sind 500 bis 700 Quadratmeter große Abteilungen eingerichtet. Im Orchideen-Zentrum sind zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig.

Mehr zum Orchideen-Betrieb von Christian Wichmann lesen Sie in Gärtnerbörse 04-05/2019, die Sie im TASPO Online-Shop abrufen können.