Grüne Branche

Prekäre Lage auf dem Strohmarkt und zu wenig Pferdemist – Pilzerzeuger leiden unter Ressourcenknappheit

Vor allem der Umgang mit wichtigen Rohstoffen wie Stroh, Torf und Energie standen im Fokus der Jahrestagung des Bundes Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) in Rain am Lech. Stroh und Pferdemist - beides bilde die Basis des Champignonsubstrates und waren im vergangenen Jahr extrem knapp, so dass die Preise für Stroh stark angestiegen seien, berichtet der BDC zu der Veranstaltung vom 27. bis 29. September.

Champignons.

Dr. Herbert Funk, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, erklärte, wie es zu der prekären Lage auf dem Strohmarkt 2011 gekommen sei. Neben schlechtem Wetter, das maßgeblich für den geringen Ertrag in ungenügender Qualität verantwortlich gewesen sei, sorgten auch die steigenden Düngerpreise für höhere Strohpreise. Bei allen Rohstoffen, die bei der Champignonkultur eine wichtige Rolle spielten, bestünde zurzeit außerdem eine starke Konkurrenz durch Biogasanlagen und andere alternative Möglichkeiten der Energiegewinnung.

Nach Meinung von Wim Arts, Vertreter des niederländischen Substratproduzenten CNC, müsse in Zukunft nach Alternativen zu Stroh gesucht werden. Außerdem, so Arts, gelte es, das wertvolle Substrat effektiver als bislang zu nutzen. Lam Janssen, vom niederländischen Substrathersteller Topterra, beschäftigte sich mit dem Thema „Deckerde“. Der Abbau von Torf, der die Basis für die Deckerde bilde, sei in Mitteleuropa mit immer mehr Restriktionen belegt, deshalb werde auch hier nach Alternativen gesucht. Allerdings gebe es, betrachte man die gesamte Erdkugel, noch große Torfreserven.

 Der Schweizer Roland Vonarburg, von der Firma Wauwieler Champignons, zeigte auf, wie und zu welchen Kosten sich Pilze ressourcenschonend zum Beispiel mit Solaranlage, Wärmerückgewinnung oder Regenwassernutzung produzieren lassen. Sein Fazit: „Nicht jede Maßnahme lässt sich betriebswirtschaftlich in Heller und Pfennig berechnen, aber für das Image bei Abnehmern und Anwohnern ist eine nachhaltige Produktion viel Wert.“ Pilze wie Kräuterseitlinge, Austernpilze oder Shiitake gelten unter den Champignonproduzenten als Exoten, weil sie noch sehr geringe Mengen am Markt ausmachten.

 Ulrich Groos, Spezialberater beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, machte in seinem Vortrag deutlich, dass es vor allem die Produktionsmengen seien, die noch dafür sorgten, dass die so genannten Exoten so selten angebaut würden. Um den Markt auch für diese Pilze zu bereiten, sei Werbung notwendig. Das habe der BDC bereits vor Jahren erkannt: Mit dem erfolgreichen Internet-Auftritt www.gesunde-pilze.de sowie einer kontinuierlichen Pres- searbeit durch das Grüne Medienhaus (GMH), Bonn, gelang es in den vergangenen Jahren, der Presse gegenüber als kompetenter Ansprechpartner in Sachen Pilze aufzutreten, wie Michael Legrand vom GMH in Rain berichtete.

Werbekampagne wird fortgesetzt

Seit dem Start der Website www.gesunde-pilze.de hätten bereits fast 50.000 Besucher die Internetseite aufgerufen. Besonders bemerkenswert seien dabei die Steigerungsraten: Die Zugriffszahlen auf der Website haben sich in den vergangenen Monaten fast verzwanzigfacht. Und auch die regelmäßige Pressearbeit setze wichtige Impulse für das Image von Speisepilzen. Fast fünf Millionen Leser der Verbraucherpresse hätten die informativen Artikel des BDC bisher allein in diesem Jahr erreicht.


„Mit unseren verschiedenen, aufeinander abgestimmten Marketingmaßnahmen haben wir ein schlagkräftiges Instrument zur Image-und Absatzförderung von Speisepilzen aufgebaut”, erläutert der BDC-Vorsitzende Franz Schmaus. „Umso mehr freue ich mich auch persönlich über den einstimmigen Beschluss, die Kampagne auch in den nächsten drei Jahren fortzusetzen. Denn erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit lebt vom langen Atem.”

(ZVG/BDC)