Grüne Branche

Premium Gärtnerei: mit der Prüfungskommission auf Tour

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Die Prüfkriterien für das bundesweite Zertifikat „Premium Gärtnerei“ werden momentan überarbeitet. In diesem Jahr wurden Einzelhandelsbetriebe aber noch einmal nach dem bewährten Schema geprüft – und die TASPO durfte die Prüfungskommission unter Leitung von Dr. Gabriele Weimann von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen begleiten.

Premium Gärtnerei in Niedersachsen: Blumen Weese in Winsen (Luhe). Foto: Katrin Klawitter

Mit der Überarbeitung der Prüfkriterien soll der Auszeichnung „Premium Gärtnerei“ wieder zu mehr Attraktivität und Nachfrage bei den Gärtnern verholfen werden. Olaf Beier, Vorsitzender des Bundesverbandes Einzelhandelsgärtner (BVE), hat dabei ein ganz klares Ziel vor Augen: „Uns ist es wichtig, dass die Gärtner das Qualitätszeichen als wert- und sinnvoll für sich ansehen, sich damit identifizieren und sich bei aller Individualität trotzdem als gemeinsame Gruppe sehen, die von der übergreifenden Werbearbeit profitiert.“

Premium-Prüfung ein Angebot der „Hilfe zur Selbsthilfe“

Zudem, darauf weist auch Dr. Gabriele Weimann immer wieder hin, sei die Premium-Prüfung immer auch ein Angebot der Hilfe zur Selbsthilfe, sich ständig zu verbessern. Deshalb geht man bei der Erarbeitung des Pakets „Premium Gärtnerei“ auch sehr sorgsam und sensibel vor, auch die Landesverbände mit den dort agierenden Prüfern sollen mit einbezogen werden, damit alle hinter dem Konzept stehen.

In diesem Jahr erfolgten die Nachprüfungen der Premium-Betriebe noch einmal nach bewährtem alten Konzept – und bescherten dem einen oder anderen Gärtner wieder bis zu fünf Premium-Sterne. Volle Punktzahl erhielt der Betrieb von Hans-Jürgen Weese in Winsen (Luhe). Weese, kommissarischer Vorsitzender der niedersächsischen Einzelhandelsgärtner, hat seit der letzten regulären Premium-Prüfung seines Betriebs noch einmal Einiges an Neuerungen „draufgelegt“, wie er der Prüfungskommission beim Rundgang erläuterte.

Niedersächsische „Premium Gärtnerei“ arbeitet mit verlängerter Ladentheke

So arbeitet er seit einiger Zeit mit der „verlängerten Ladentheke“, die Greenworks gemeinsam mit Martin Müller Baumschulen (Quakenbrück) entwickelt hat. Dadurch ist Weese in der Lage, seinen Kunden ein noch breiteres Angebot an Stauden und Gehölzen anzubieten – ausgesucht wird aus dem virtuellen Sortiment im PC direkt an der Ladentheke.

Auch in der Werbung geht Weese einen ungewöhnlichen Weg, um sich gegen die zahlreiche Konkurrenz im Ort zu behaupten: In Rewe-Märkten des Ortes bucht er regelmäßige Werbespots, die über die Lautsprecheranlage auf das Blumen- und Pflanzenangebot von Blumen Weese hinweisen.

Fünf-Sterne-Betrieb setzt auf Eigenmarken

Wichtig ist dem Unternehmer zudem eine noch stärkere Corporate Identity (CI): Zum einen wurde neue Firmenkleidung angeschafft, zum anderen arbeitet Weese bewusst immer stärker mit Eigenmarken – selbst abgefüllte Dünger und Erden beispielsweise, die vom Kunden sehr gut angenommen werden, weil der Kunde mit ihnen die gärtnerische Fachkompetenz des Betriebes verbindet.

Was die Einzelhandelsgärtnerei Blumen Weese besonders macht, sei ihre tolle gärtnerische Atmosphäre, die dem Kunden jede Menge Ideen und Anregungen biete. Zum Zeitpunkt der Prüfung stand die Einzelhandelsgärtnerei gerade ganz im Zeichen des Herbstes: Denn in jedem Jahr veranstaltet Weese mit fünf umliegenden Einzelhandelsgärtnereien gemeinsam ein Herbstfest, zu dem die Kunden von Betrieb zu Betrieb fahren – und in jedem ein speziell zu dem jeweiligen Betrieb passendes Herbstangebot präsentiert bekommen.