Grüne Branche

Primeln: Geschäft in der Misere

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Der bisher zu kalte Winter beschert den Primel-Produzenten und -Händlern schwere Stunden: Sie blieben auf ihren Pflanzen sitzen, die bereits Ende 2015/Anfang 2016 weit entwickelt waren, Hunderttausende mussten vernichtet werden. Mit den nun steigenden Temperaturen zieht auch die Nachfrage an – und damit die Hoffnung, dass die Frühjahrsblüher doch noch zahlreiche Liebhaber finden.

Primeln in voller Farbenpracht – nur blieben sie bisher ein Ladenhüter. Foto: Veiling Rhein-Maas

Rund um Ostern soll das Geschäft dann brummen. Nur besteht jetzt die Gefahr, dass nicht mehr ausreichend Primeln angeboten werden können. „Das Primelgeschäft leidet von Beginn an den milden Temperaturen und hellen Tagen des Novembers und Dezembers“, sagt Martin Engler, Geschäftsführer bei EPS (Euregionales Pflanzen Servicecenter, Kevelaer).

Hunderttausende Primeln gekippt

Sätze die weitaus später geplant waren, seien schon zu Beginn des Jahres verkaufsfertig gewesen. Allerdings gäbe es – jahreszeitentypisch – eine viel zu geringe Nachfrage, verglichen mit dem Angebot. „Dies hatte zur Folge, dass die Primeln entweder zur Versteigerung gefahren wurden und dort dann ‚durchliefen‘ oder direkt zu Hunderttausenden gekippt wurden“, resümiert Engler. Erst zur Mitte der Kalenderwoche 9 wendete sich ihm zufolge das Blatt: Die Preise an der Versteigerung gingen hoch, die Nachfrage stieg, und es normalisierte sich zunehmend. Mit Blick auf Ostern werde die Nachfrage weiter steigen.

Das wird auch in Straelen-Herongen angenommen: „Veiling Rhein-Maas erwartet insgesamt – und somit auch für den Bereich Primeln –, dass das Geschäft in Richtung Ostern weiter anziehen wird.“ Von Landgard (ebenfalls Straelen-Herongen) heißt es: „Wir verzeichnen über alle Vermarktungswege hinweg eine hohe Nachfrage und gehen davon aus, dass das Geschäft für Primeln und Frühjahrsblüher insgesamt zu Ostern weiter anziehen wird.“

Primeln: Ostergeschäft in Gefahr?

Trotz der positiven Erwartungen bleibt die Stimmung weiter angespannt. „Durch die milde Witterung Ende 2015/Anfang 2016 waren Primeln schon zu Saisonbeginn in der Entwicklung sehr weit. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Warenverfügbarkeit im weiteren Verlauf der Saison, speziell zu Saisonende“, schätzt Landgard ein. Und auch Martin Engler von EPS meint: „In der Kalenderwoche 9 merkte man schon, dass das Verhältnis Angebot zu Nachfrage deutlich kippt.“

Die Frage werde sein, wie lange Primeln noch in Fachhandelsqualität angeboten werden können. „Die Mengen, welche zu früh fertig waren, fehlen ganz einfach“, so Engler. Er rät, „ein Ohr nah am Kunden und das andere nah am Produzenten zu haben. Schlechte Qualität auszuliefern, nur damit man noch Primeln verkauft, bringt nichts.“