Grüne Branche

Primeln hoffen auf gutes Wetter - Beet- und Balkonsaison von schlechter Witterung noch nicht ernsthaft betroffen

Meteorologisch gesehen hat der Frühling längst begonnen, aber der späte Wintereinbruch mit Schnee und lange anhaltenden Minusgraden hat beim Endverbraucher keine Frühlingsgefühle aufkommen lassen. Infolgedessen stagniert der Absatz bei Frühblühern. Während die Jungpflanzen für die Beet- und Balkonsaison schon in den Startlöchern sitzen und auf die frei werdenden Flächen drängen, warten Primeln, Violen und Co. ungeduldig auf ihren Abverkauf. Die Produzenten setzen nun ihre ganze Hoffnung auf die milde Witterung in den kommenden Tagen und die Kauflust der Kunden vor Ostern. 21 Millionen Primeln warten allein in nordrhein-westfälischen Gewächshäusern auf Abnehmer, meldet die zuständige Landwirtschaftskammer in der vergangenen Woche. Da kommt das milde Wetter in dieser Woche gerade recht. „Die Preise an der Uhr waren gestern und heute ganz gut“, lautet die Einschätzung von Nicole Kern, Betriebsberaterin beim Gartenbauzentrum Straelen. Auch der Handel frage nach. Ob die vorhandenen Bestände allerdings bis Ostern komplett abfließen, könne sie nicht voraussagen. Während die B & B-Jungpflanzen darauf warten, getopft oder gerückt zu werden, sind die Gärtner derzeit mit Packen beschäftigt. Eine große Verzögerung müsse daraus aber nicht resultieren, so Kern, wenn im April das Wetter stimme, könne ein eventueller Rückstand ohne Probleme aufgeholt werden. Scheint sich für den Frühblüher-Stau in den Betrieben im Norden und Westen noch eine halbwegs akzeptable Lösung anzudeuten, sieht es in Bayern wohl deutlich schlechter aus. Bedingt durch den langen, schneereichen Winter ist die Zeit bis Ostern wohl zu kurz, um die negative Entwicklung noch umzukehren. „Für uns ist es ein Desaster“, beklagt Günter Herzog, Geschäftsführer des Blumengroßmarktes München. „Die Primel- und Stiefmütterchensaison ist komplett ausgefallen. Wenn jetzt noch ein Preisverfall dazukommt, droht den kleinen Gärtnereien eine Insolvenzwelle.“ Lesen Sie den ausführlichen Beitrag in der aktuellen TASPO.