Produktion und Endverkauf: zwei Standbeine in Wallerstein

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Richard Ritter produziert in Wallerstein unter anderem Topfpflanzen wie Begonien. Foto: privat

Zwei Herzen schlagen in der Brust von Richard Ritter. Mit rund 25 Mitarbeitern in zwei Teams führt er im Ortskern von Wallerstein einen rund 8.000 Quadratmeter großen Produktionsbetrieb und nebenan einen Endverkaufsbetrieb. Wir haben die beiden autark organisierten Unternehmen im bayerischen Landkreis Donau-Ries besucht.

Ritter kultiviert nach festem Plan und Kundenwünschen

„Die Anforderungen, um unseren Endverkauf mit eigener Ware zu bedienen, würden uns im Produktionsbetrieb ausbremsen“, erzählt Richard Ritter. „Wir sind kein botanischer Garten. Wir kultivieren nach festem Kulturplan und nach den Wünschen der Kunden.“ Ritter liefert Roh- und Fertigware in ganz Süddeutschland aus. „Im bayerischen Landkreis Donau-Ries liegen wir so ziemlich in der Mitte zwischen verschiedenen Zentren. Bis Nürnberg sind es rund anderthalb Stunden Fahrt, ebenso bis Stuttgart oder München.“

Schwerpunkte der Produktion sind Beet- und Balkonpflanzen, Topfpflanzen wie Begonien oder Platycodon sowie Poinsettien. „Weihnachtssterne sind eine sehr wichtige Kultur bei uns“, erzählt Ritter, der nach dem frühen Tod seines Vaters 1992 als dritter Richard Ritter in der Familiengeschichte die Geschicke des Betriebs übernommen hatte. Die gärtnerische Familientradition reicht zurück bis in das Jahr 1736.

Nötig, „dass Produzenten ein paar Cent mehr pro Pflanze erhalten“

Die wichtigste Poinsettien-Größe ist der 10,5-cm-Topf. Aber auch Minis, Maxis und Stämme findet der Kunde im etwa 25 Sorten umfassenden Programm. Rund 130.000 Weihnachtssterne stehen in Kultur. Sie werden als Roh- und Fertigware ab Oktober verkauft. „40 bis 50 Prozent der Sorten waren in den vergangenen Jahren bunt, doch der Rotanteil hat wieder angezogen“, beobachtet Ritter, der auf drei Jungpflanzen-Lieferanten setzt. „Je näher es auf Weihnachten zugeht, desto mehr wird ein klassisches Rot gewünscht.“ Bis zum 10. Dezember hat Ritter die meisten Sterne verkauft. „Die Heizkosten sind danach zu hoch.“ Insgesamt sei es nötig, „dass wir Produzenten ein paar Cent mehr pro Pflanze erhalten“.

Im Frühjahr kultiviert das siebenköpfige Team ein breites Sortiment an Beet- und Balkonpflanzen. „Mit der Auswahl möchten wir uns abheben“, zeigt Ritter auf. So bietet er Vielfalt mit rund 20 Begonien-Arten und -Sorten, auch solche mit Freiland-Eignung.

Mehr als 20.000 Schritte pro Tag, um alles unter einen Hut zu bekommen

Produktion und Endverkauf – zwei Teams arbeiten autark in den beiden Bereichen. Ritter selbst zeichnet für die Koordination verantwortlich und hält regelmäßig in beiden Bereichen Besprechungen ab, um informiert zu bleiben. Darüber hinaus ist er für den „Einkauf Grün“ im Endverkaufsbetrieb zuständig und kann so sein Netzwerk für beide Standbeine nutzen. „Um alle Arbeiten unter einen Hut zu bekommen, gehe ich an einem Tag oft mehr als 20.000 Schritte, wie mir mein Handy anzeigt. Dann freue ich mich auf mein eher ‚ruhiges‘ Hobby – ich singe in zwei Chören mit“, so der Gärtnermeister.

Weitere Betriebsporträts aus dem Zierpflanzenbau finden Sie regelmäßig in der Gärtnerbörse.

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