Grüne Branche

Projekt der Uni Hohenheim: ertragsstärkere Sonnenblumen für Biogasanlagen

In einem Züchtungsvorhaben der Universität Hohenheim und der KWS Saat AG ist es jetzt gelungen, ertragsstärkere Sonnenblumen für Biogasanlagen zu züchten. Wie die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) berichtet, überzeugten die besten der entwickelten Testhybriden mit guten Kombinationseigenschaften aus hohen Biomasseerträgen und Ölgehalten, guter Standfestigkeit und einer verbesserten Zusammensetzung vergärbarer Inhaltsstoffe der Stängel. 

Massereiche Sonnenblumenhybriden am Standort Schwaan bei Rostock in 2013. Foto: Uni Hohenheim/Volker Hahn

Insgesamt über 770 Testhybriden prüften die Wissenschaftler laut FNR zwischen 2011 und 2013 an vier verschiedenen Standorten. Zu ihrer Erstellung hatten die Forscher in Genbanken nach massewüchsigen Genotypen gesucht und diese entweder direkt oder als Kreuzungseltern für die neuen Hybriden eingesetzt. Einige davon brachten in allen drei Jahren hohe Trockenmasseerträge von 175 bis über 200 Dezitonnen pro Hektar (dt/ha) bei gleichzeitig guter Standfestigkeit.

Spitzenerträge lagen laut FNR in der Frühsaat bei bis zu 280 dt/ha. Die bereits auf dem Markt befindliche biomassereiche Energiesorte ‘Metharoc’ habe im Vergleichsanbau knapp 150 dt/ha geschafft.

Relativ stark schwankten die Resultate noch bei den Trockensubstanz (TS)-Gehalten. 2011 konnten die ertragreichsten Hybriden an den drei auswertbaren Standorten einen TS-Gehalt von 27 Prozent und mehr erreichen, in den Jahren 2012 und 2013 waren sie je nach Standort teilweise geringer. 

Punkten konnten die neuen Hybriden darüber hinaus mit hohen Fettgehalten, die die Gaserträge in der Biogasanlage steigern. Der Fettgehalt der ertragsstärksten Hybride im Versuchsjahr 2012 lag bei 8,7 Prozent, was einen Fettertrag von fast 20 dt/ha ergebe.

Einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Vergärbarkeit und die Biogaserträge von Sonnenblumen hat die stoffliche Zusammensetzung der Stängel, durch die ein Großteil der Biomasse gebildet wird. Die Wissenschaftler untersuchten deshalb, ob und wie sich die Zusammensetzung der Stängel bei den Hybriden verändert hat. Im Ergebnis kam es bei einer insgesamt gestiegenen Stängelmasse zu einer Zunahme des Zucker- und einer Abnahme des Aschegehaltes. Auch der Ligningehalt verringerte sich teilweise, sodass die Hybriden insgesamt besser vergärbar waren.

Geplant sei nun, dass die Uni Hohenheim und die KWS Saat AG die erfolgversprechendsten Kreuzungen in größeren Parzellen für den Praxisanbau fit machen. Bestätigen sich die positiven Ergebnisse, sollen die Hybriden zu Sorten weiterentwickelt werden. Die Projektergebnisse bieten darüber hinaus eine gute Grundlage für die weitere züchterische Bearbeitung von Energie-Sonnenblumen. (ts/fnr)