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Projekt: Smartphone-Glas als Gewächshaus-Eindeckung

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In einer Studie von LTO Glaskracht Nederland und dem niederländischen Landwirtschaftsministerium wurde an der Universität Wageningen die Anwendung von flexiblem Dünnglas in Gewächshäusern untersucht. Mit den neuen hochisolierenden Gewächshaus-Eindeckmaterialien könnten erhebliche Einsparungen bei der Energie erzielt werden, so die Überlegungen.

Gewächshäuser in Zukunft mit ultradünnem Glas? Foto: Heinrich Dreßler

Energieeinsparung höher als mit Doppelverglasung

Je nach Anzahl der Glasschichten liege die Einsparung über der einer Doppelverglasung, mit der in einem Venlo-Energie-Gewächshaus bei unbelichtetem Gemüseanbau bereits über 50 Prozent Energie gespart werden kann.

Bei Zierpflanzenkulturen, die meist bei höheren Temperaturen wachsen, wird die Gewächshaus-Isolierung oft durch die Verwendung von mehreren Energieschirmen und mehrlagigen PC-Platten (Polycarbonat-Hohlkern) mit einer sehr geringen Lichtdurchlässigkeit von etwa 60 Prozent erreicht.

Mit der Entwicklung von ultradünnen, aber sehr starken Glasplatten – wie Gorilla-Glas für Mobiltelefone (oder Leoflex von Asahi) – eröffnen sich neue Möglichkeiten für eine hoch isolierende Gewächshaus-Eindeckung.

Dünnglas: weniger Reflexion, höhere Lichtdurchlässigkeit

Flexibles Dünnglas ist ein gehärtetes Glas. Während normales gehärtetes Glas einen thermischen Prozess durchläuft, wird hierbei durch einen chemischen Prozess das Glas fünfmal stärker gefertigt. Dadurch ist es möglich, das Glas nicht nur dünner herzustellen, sondern auch in gebogener Form, zeigen die Experten auf.

Durch Nanobeschichtungen kann die Reflexion bei dünnem Glas reduziert und die Lichtdurchlässigkeit erhöht werden. Beispielsweise können mehrschichtige Gewächshaus-Eindeckungen hergestellt werden, die eine höhere Lichtdurchlässigkeit haben als die derzeit verfügbaren mehrschichtigen Polycarbonat-Hohlkernplatten.

Geringes Gewicht der Eindeckung bringt Vorteile

In der inzwischen abgeschlossenen Studie wurden die optischen, thermischen und mechanischen Eigenschaften in verschiedenen Konfigurationen (Dicke, Oberflächenbehandlung, Anzahl der Schichten) untersucht. Auch alternative Gewächshaus-Eindeckungen und neue Gewächshaus-Konzepte wurden berücksichtigt. 

Die Studie zeigte, dass zusätzliche Energieeinsparungen von bis zu 20 Prozent möglich sind, basierend auf der benötigten Energie bei der Kultur von Phalaenopsis. Vorteile biete vor allem das geringe Gewicht der Eindeckung. Aber aufgrund der begrenzt verfügbaren Abmessungen und der hohen Preise sei der Einsatz von Dünnglas in Gewächshäusern noch Zukunftsmusik.