Grüne Branche

Pseudowissenschaft? IVA und BÖLW im Clinch

, erstellt von

Betreibt der Industrieverband Agrar (IVA) wirklich „pseudowissenschaftliche Propaganda“, was die Flächennutzung im Ökolandbau angeht? Nach Ansicht des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) missbrauche der Industrieverband Agrar seit Jahren Zahlen des Thünen-Instituts. Volker Koch-Achelpöhler, Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands, wehrt sich vehement.

Streitpunkt Ökolandbau: Der Industrieverband Agrar sieht sich durch den Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft unfair kritisiert. Foto: Gabriele Friedrich

IVA: BÖLW-Wortwahl unangemessen, Kritik sachlich falsch

„Die Wortwahl des BÖLW-Vorsitzenden Felix Prinz zu Löwenstein ist nicht nur unangemessen, seine Kritik ist vor allem sachlich falsch. Es wird sein Geheimnis bleiben, wie man bei der Analyse von Daten, die nach einem geregelten Verfahren erhoben worden sind, von Missbrauch sprechen kann“, so Koch Achelpöhler.

Flächendiskussion: Ökolandwirtschaft kann sich nicht wegducken

Der Industrieverband Agrar nutzt regelmäßig Daten, erhoben durch das Thünen Institut, die die Erträge ökologisch und konventionell wirtschaftender Betriebe miteinander vergleichen.
„Es ist in der Wissenschaft bekannt, dass im deutschen Ökolandbau für die gleiche Erntemenge durchschnittlich etwa die doppelte Fläche benötigt wird – mit entsprechenden Konsequenzen. In dieser Frage kann sich die Ökolandwirtschaft nicht einfach wegducken, weil ihr die Zahlen nicht gefallen“, führte Koch-Achelpöhler in einer Verbandsmitteilung weiter aus.

Industrieverband Agrar sieht unfaire Kritik durch BÖLW

Beide Verbände hatten laut IVA im Vorfeld der Kritik noch Kontakt, bei der die Grundlage der erhobenen Daten diskutiert wurde. Dann lancierte der BÖLW eine Pressemeldung, der Ökloandbau sei effektiv, mit eben folgender Passage: „Der IVA missbraucht die Daten des Thünen-Instituts für pseudowissenschaftliche Propaganda. Denn die Testbetriebs-Daten, die für den Vergleich heran gezogen wurden, dienen dem Institut für einen betriebswirtschaftlichen Vergleich, geben jedoch keine Auskunft über naturräumliche oder klimatische Gemeinsamkeiten von Betrieben. Wenn der IVA die Erträge der Betriebe vergleicht, ohne deren Standortdaten zu berücksichtigen, vergleicht er Äpfel mit Birnen.“

BÖLW: IVA klammert wichtige Daten aus

Zudem hätten es andere Institute schon vorgemacht, wie man Daten zum Ökolandbau richtig auswertet. Und wichtiger noch - der Industrieverband verschweige die Umweltbelastung, die durch die herkömmliche Landwirtschaft entstünden. „Jetzt so zu tun, als verstünde man die Hintergründe nicht, hält Koch-Achelpöhler für wenig redlich“, lautet die Antwort in der IVA-Mitteilung zum Abschluss.