Grüne Branche

Punktsieg gegen Namenlos: In Köln werden Verstorbene ohne Angehörige nicht länger anonym bestattet.

In Köln müssen Verstorbene ohne Angehörige oder Familie, die sich nicht um die Toten kümmern, künftig nicht länger anonym bestattet werden. Auf dem Kölner Südfriedhof und dem Deutzer Friedhof sind entsprechende Grabanlagen für die so genannten ordnungsbehördlich angeordneten Bestattungen angelegt worden. Pfarrer Christoph Biskupek von der Basilika St. Aposteln und der evangelische Pfarrer Dr. Bertold Höcker von der Antoniterkirche haben die beiden Gemeinschaftsgrabflächen jetzt eingesegnet. Auf den beiden Friedhöfen rechts- und linksrheinisch gibt es jetzt identisch angelegte Grabfelder, die ausschließlich Sozialbestattungen vorbehalten sind. Sie bestehen aus je drei Parzellen. Jede Fläche ist 345 Quadratmeter groß, und pro Grab lassen sich zwei Urnen bestatten, so dass rund 600 Urnen dort Platz finden. Damit lässt sich der Bedarf für zwei Jahre decken. Geplant ist, jedes Jahr weitere Grabfelder auf jedem der 59 Friedhöfe in Köln anzulegen. Denn diese Bestattungen werden eher zunehmen als zurückgehen, so Terfrüchte. Derzeit sind es etwa zehn Prozent aller Beisetzungen, aber mit steigender Tendenz. Armut und die demographische Entwicklung nannte er als Gründe.