Grüne Branche

Qualitätsbäume für die Floriade 2012 Bäume

Mit dabei - auf der Weltgartenausstellung in Venlo
Die traditionsreichen Baumschulen Lappen (Nettetal-Kaldenkirchen) sind bei der diesjährigen Floriade in Venlo gleich in mehrfacher Hinsicht beteiligt. Die Redaktion Deutsche Baumschule sprach mit Inhaber Dieter Lappen über die Beiträge seiner Baumschule zur 6. Welt-Gartenbau-Ausstellung und die Chancen, solche Präsentationen zur Kundenbindung zu nutzen.

Deutsche Baumschule: Herr Lappen, wie kam es zur Beteiligung Ihrer Baumschule an der Floriade?
Dieter Lappen: Für uns lag eine Beteiligung nahe, weil die Floriade praktisch vor der Haustür stattfindet – das Ausstellungsgelände liegt nur sechs Kilometer von unserer Baumschule entfernt. Zusätzlich zu unseren Anbauflächen in Deutschland mit etwa 450 Hektar kultivieren wir auf niederländischer Seite bei Venlo auf rund 200 Hektar ebenfalls ein umfangreiches Baumschulsortiment.

Deutsche Baumschule:
Wie sieht Ihre Beteiligung genau aus?
D. Lappen.: Bäume und Solitärs aus unserer Baumschule stellen einen großen Anteil der Gehölze im Floriade-Park, denn sie wurden von den Organisatoren für die Bepflanzung ausgewählt. Als einer der vier Hauptlieferanten haben wir unter anderem die Pflanzen für die Nationenpavillons von China und Indonesien und für den NRW-Pavillon geliefert.
Außerdem bilden wir im „Vriendenbos“ (Übergang zwischen den Themenbereichen ’Environment’ und ’World Show Stage’) eine Ausstellergemeinschaft mit der Obstbaumschule Fleuren (NL-Baarlo), die dort Obsthecken präsentiert. Die Solitärobstbäume für diese Präsentation kommen von uns, gestiftet wurden sie vom Freundeskreis der Stadt Venlo.
Unser eigener Beitrag ist der Keltische Baumkreis. Der Hintergrund dafür ist, dass die Region Venlo zum alten Keltenland gehörte, bevor die Römer kamen. Zwar ist nicht historisch belegt, dass die alten Kelten ein Baumhoroskop in dieser Art hatten, doch erwiesen ist, dass Bäume für die Kelten eine besondere, magische Bedeutung hatten. Auf jeden Fall ist das keltische Baumhoroskop sehr bekannt und verbreitet.

Deutsche Baumschule: Wie war die Arbeitsteilung bei Planung und Umsetzung dieses Projekts? Und wie früh begannen die Pflanzarbeiten?
D. Lappen: Die Planung beruht auf einer Vorlage in Form eines Wandprospekts; beteiligt waren auch die Baumfreunde Venlo und die Baumschule Fleuren. Arcadis (NL-Arnheim), einer der führenden internationalen Anbieter von Projektmanagement- und Ingenieurleistungen, übernahm die Gesamtplanung ebenso wie die Umsetzung.
Wir selbst haben die Bäume geliefert und das Ganze mit Pflegearbeiten unterstützt. Die Zusammenarbeit mit dem zuständigen Bauleiter vor Ort lief sehr gut.
Die meisten Pflanzungen auf der Floriade, auch unser Baumkreis, begannen schon 2007, also gab es einen Vorlauf von fünf Jahren. Das ist der gesamten Gartenschau gut bekommen, denn die Gehölze haben sich bestens entwickelt – sie sind intensiv gepflegt und gewässert worden.
Ich halte einen ausreichend langen Vorlauf für sehr wichtig, aber in Deutschland klappt das leider nicht. Hierzulande wird vor den Gartenschauen meist zu spät, höchstens zwei Jahre vorher, mit dem Pflanzen begonnen. Das sieht man jetzt wieder bei der igs in Hamburg.

Deutsche Baumschule: Wie war bisher die Resonanz auf Ihre Präsentation? Und wie können Sie das für die Kundenbindung nutzen?
D. Lappen: Die Resonanz war sehr positiv – und immerhin hatten zur Halbzeit am 6. Juli schon über 1,1 Millionen Besucher die Floriade gesehen.
Über unser Keltisches Baumhoroskop haben wir einen Flyer produziert, der in fünf Sprachen übersetzt wurde. Die ersten 5.000 Stück davon sind längst weg – wir haben sie an unsere Kunden verschickt und auf der Floriade ausgelegt. Die Besucher dort nehmen die Flyer gerne mit, nachdem sie sich den Baumkreis angesehen haben. Den Leuten gefällt es, ihren zugehörigen Baum zu suchen und sich mit der Baumsymbolik zu beschäftigen.

Das ganze Interview lesen Sie in der Ausgabe 09/ 2012 Deutsche Baumschule.