Grüne Branche

Quarantäneschädlinge: BdB fordert Entschädigungsregelung für Baumschulen

Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) hat aufgrund des erneuten Funds des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) in Bayern eine Entschädigungsregelung für Baumschulen gefordert. Bislang gibt es bei Auftreten von Quarantäneschädlingen noch keine finanzielle Unterstützung für betroffene Betriebe. 

Asiatischer Laubholzbockkäfer. Foto: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

„Es kann nicht sein, dass Baustoffhändler mit den für den Transport ihres Materials verwendeten Holzpaletten Schädlinge einführen und unsere Baumschulbetriebe dies mit hohen Verlusten bezahlen. Hier besteht allerdringlichster Handlungsbedarf“, so BdB-Hauptgeschäftsführer Markus Guhl. Durch den globalen Handel bestehe die Gefahr der Einschleppung neuer Schaderreger. Vor allem aus Asien importierte Ahorngehölze und Holzpaletten würden ein Risiko darstellen, da mit ihnen Asiatische Laubholz- und Citrusbockkäfer sowie weitere Schädlinge ins Land gelangen.

Forderung nach Entschädigung
Da die Baumschulbetriebe bei Auftreten von Quarantäneschädlingen bislang keine finanzielle Unterstützung erhalten und mit dem Risiko allein gelassen werden, fordert der BdB mit Nachdruck eine Entschädigungsregelung. Durch das Auftreten von Quarantäneschädlingen verursachte Schäden müssten voll ausgeglichen werden.

Zumindest teilweise wird diese BdB-Forderung im Rahmen der geplanten Pflanzenschutzverordnung aufgegriffen. So soll es den Mitgliedsstaaten künftig ermöglicht werden, wirtschaftliche Schäden, die durch das Auftreten der Schädlinge bedingt sind, zum Teil zu entschädigen. Die EU wird einen Fonds für diese Entschädigungszahlungen einrichten. Der BdB fordert jedoch eine hundertprozentige Entschädigung.

Was tut der BdB?
Die EU plant, künftig Risikogattungen vor Einfuhr in die EU genau prüfen zu lassen. Dies unterstützt der BdB. Von Seiten der EU werden zudem Notfallpläne gefordert, in denen konkrete Maßnahmen bei Auftreten von Quarantäneschädlingen formuliert werden. Hinsichtlich des Asiatischen Laubholz- und Citrusbockkäfers gibt es in verschiedenen Bundesländern bereits Notfallpläne unter Einbindung der Branche.

Sollte der BdB von einem Befall in einem BdB-Mitgliedsbetrieb Kenntnis bekommen – was den Angaben zufolge bislang noch nicht der Fall war – will er seine Expertise sofort vor Ort einbringen und die Kommunikation zwischen den Beteiligten unterstützen. Entsprechende Pläne liegen laut BdB bereits vor. (ts/bdb)