Grüne Branche

Quarantäneschädlinge: Ländertreffen zur Katastrophenvorsorge

Beim Auftreten von Quarantäneschädlinge herrscht schnell Alarm. Wie Baumschulen damit umgehen können, welche handhabbaren Regelungen nötig sind, um Katastrophen wie Betriebsschließungen abzuwenden, darüber wollen sich Verbändevertreter aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien während der IPM in Essen austauschen. 

Während der IPM wollen sich Vertreter der Baumschulverbände aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien darüber austauschen, wie Baumschulen mit Quarantäneschädlingen umgehen können. Im Bild der Stand des BdB auf der IPM 2013. Foto: BdB

Es braucht dringend Antworten auf brennende Fragen, unterstrich Helmut Selders, Präsident des Bundes deutscher Baumschulen (BdB), bei dessen Wintertagung in Goslar die Ernsthaftigkeit des Problems.

Quarantäneschädlinge: Pflanzengesundheit Leuchtturmthema des BdB

Bereits vor vier Jahren habe sich der BdB das Leuchtturmthema Pflanzengesundheit auf die Fahnen geschrieben. Und die Ereignisse um die Quarantäneschädlinge zeigen, wie dringend es zu antworten gilt. Selders nannte etwa die Sperrung des Reisermuttergartens in Hannover und die drohende Sperrung einer großen Baumschule im Dezember, die in letzter Sekunde abgewendet werden konnte.

Der integrierte Pflanzenschutz werde auch künftig nötig sein, um gesunde Gehölze zu produzieren. Aber gerade im Bereich der Quarantäneschädlinge brauche man handhabbare Regelungen, um Katastrophen wie Betriebsschließungen, Produktionsausfälle und Handelsverbote und damit einhergehende Lieferengpässe zu vermeiden.

Erreger bestimmter Krankheiten nicht auf Liste der Quarantäneschädlinge

Es gebe eine gewaltige Nachfrage an Obstgehölzen in Deutschland. Gerade wenn Krankheiten wie Apfeltriebsucht oder Birnenverfall nicht adäquat bekämpft werden können, werde man künftig den heimischen Markt mit deutschen Qualitätsgehölzen in diesem Segment nicht ausreichend bedienen können. Die Erreger kommen in der freien Landschaft vor und gehörten daher nicht auf die Liste der Quarantäneschädlinge der EU-Verordnung.

„Und niemand kann es wollen, weder der Gesetzgeber noch Umweltschutzorganisationen“, so Selders, „dass künftig diese Gehölze aus anderen Staaten eingeführt werden, bei denen wir nicht für die hohen Standards unserer Pflanzenproduktion und dem damit verbundenen integrierten Pflanzenschutz bürgen können.”

Als klares Zeichen, dass sich die Baumschulbranche mit dem Thema des Umweltschutzes auseinandersetzt, hat der BdB in Goslar beschlossen, Leitlinien im Zuge des nationalen Aktionsplanes Pflanzenschutz zu entwickeln. „Denn wir stehen zur Qualität unserer Erzeugnisse, gepaart mit einer hohen Verantwortung gegenüber unserer Umwelt“, sagte Selders. (fri)

Mehr zur BdB-Wintertagung in Goslar lesen Sie in den TASPO-Ausgaben 4/2015 und 5/2015.