Grüne Branche

Rätselhafte Krankheit an Poinsettien: Glyphosat als Ursache überführt

Was denken Sie? Was verursachte die gezeigten Symptome bei Poinsettien? Haben Sie so ein das Schadbild an Poinsettien in dieser Saison beobachtet? Dies fragten wir in TASPO 49/12, um zu helfen, die Ursache herauszubekommen.

Fragliches Schadbild an Poinsettie. Foto: Albrecht Klein

Das Schadbild, das Berater Albrecht Klein (Hawita-Gruppe) so noch nie vorgefunden hatte, trat überwiegend bei einer Sorte und im gleichen Haus auf. Die Verteilung war sehr unregelmäßig, am Tischrand (Rolltische etwas häufiger). Wurzeln waren in gutem Zustand, obwohl die Salzwerte durch den geringeren Verbrauch (Wuchsdepression: kleine, harte, verdickte Brakteen ohne Farbausbildung) an den Symptom-Pflanzen hoch ausfielen.

Spurenelementversorgung ohne „Ausreißer“. Eine temporäre Einwirkung ist zu erkennen. Gestutzte Pflanzen zeigen im unteren Bereich normale Blattentwicklung. Überraschend war, dass manchmal ein einzelner Trieb einer weitgehend normale Brakteen-Ausbildung zeigte. Spekulationen gingen in Richtung Pflanzenschutzmittel- oder Hemmstoffeinsatz.

Inzwischen ist das Rätsel gelöst. Nach dem Hinweis eines TASPO-Lesers aus Dorsten hat sich Berater Albrecht Klein zu einer weiteren Untersuchung hinsichtlich des Wirkstoffes Glyphosat entschlossen, nachdem die Untersuchung in der Schweiz mit einem „n.n. ? nicht nachweisbar“ angegeben wurde.

Die veranlasste Labor-Untersuchung (Einzelwirkstoff-Analyse ausschließlich auf den Wirkstoff Glyphosat) beim Labor Dr. Lippert (Sinzig) ergab hierzu nun einen Volltreffer, so Klein. Außerdem zeigte sich auch einen Unterschied zwischen den Pflanzenproben mit stärkerem und schwächeren Symptom.

Beim stärken Symptom wurde 0,031 Milligramm Glyphosat je Kilogramm Poinsettienblätter gefunden, beim schwächeren Symptom 0,023 Milligramm je Kilogramm. Der Wirkstoff war auch im fraglichen Betrieb eingesetzt worden. Damit bestätigte sich sowohl Kleins Vermutung und die Feststellung des erwähnten TASPO-Lesers.

Die TASPO bedankt sich bei allen, die zur Lösung beigetragen haben. (hlw)