Grüne Branche

Raritätengärtnerei Treml: TASPO Award ließ Umsatz steigen

Der TASPO Award in der Kategorie Einzelhandelsgärtnerei des Jahres ging 2012 an die Raritätengärtnerei Treml im bayerischen Arnbruck. In diesem wirklich besonderen Betrieb kultiviert Franz Xaver Treml 3.000 verschiedene Duft-, Kräuter- und Heilpflanzen aus aller Welt, aber auch Zierstauden, Bauerngartenpflanzen, Kletterpflanzen, seltenes Obst sowie Gräser und Farne gehören zum Sortiment.

Treml, der „mit seinen Pflanzen lebt“, wie er sagt, ist in den letzten Jahren international zu einiger Berühmtheit gelangt. Mit Sicherheit würde er das selbst nicht so beschreiben, aber es gibt genügend Beweise dafür. So zum Beispiel die Tatsache, dass Botanische Gärten, andere Fach-Institutionen und Institute, in der Zwischenzeit auch die Pharmaindustrie (mit der er nach eigener Aussage vorsichtig umgeht), und selbst Starköche wie Alfons Schubeck seinen Rat suchen und gerne bei ihm einkaufen.

Treml kooperiert mit einem Touristikunternehmen und führt nahezu täglich Busreisende aus ganz Deutschland, die bei ihm Station machen, durch den Betrieb. Es besuchen aber auch Interessierte, beispielsweise aus Österreich und Tschechien, das Unternehmen. Der „Kräuterpapst“, wie Treml von TV- und Printmedien, die seine „Kulisse“ ebenfalls gern für Fachbeiträge nutzen, getauft wurde, hat inzwischen auch fünf Bücher und eine ganz neue Broschüre über Teesortimente geschrieben.

Der Clou aber ist, dass er trotz großem Engagement vor Ort seinen Umsatz zu mehr als zwei Dritteln über das Internet generiert. Allein im Mai 2013 verzeichnete er 1,4 Millionen Zugriffe auf seine Website www.pflanzen-treml.de. Dabei kamen zehn Prozent der Interessenten aus den USA, rund drei Prozent aus Russland. Seine Website ziert seit November 2012 auch der TASPO Award, was ihm nochmals eine 25-prozentige Umsatzsteigerung bescherte.

Denn entscheidend ist, sagt er, dass der Award in der Fachwelt etabliert ist. „Nur, wenn Du in der Fachwelt etwas giltst, überträgt sich das auch auf den Endverbraucher“, so sein Fazit. Nach der Preisverleihung stieg die Nachfrage.

Um dem Bedarf gerecht werden zu können, stellte der rührige Unternehmer zwei neue Mitarbeiter ein. Und doch: „Wollte ich alle Anfragen befriedigen, müsste mein Betrieb mittlerweile fünfmal so groß sein, als er ist.“ Sehr erstaunlich ist, dass der Kräuterexperte ein Nachfolge-Problem hat, denn im kommenden Jahr wird er sich zur Ruhe setzen.

Zwar hat er den Betrieb zunächst an einen langjährigen Mitarbeiter verpachtet, doch eine langfristige Lösung sei das nicht. Gern würde er die nach dem EU-Biosiegel zertifizierte, 1.500 Quadratmeter große Bio-Gärtnerei in ambitionierte Hände geben und vielleicht auch an weiteren Perspektiven mitarbeiten. Ideen habe er genug. (ks)