Grüne Branche

Reach: Was kommt auf den Handel zu?

Nach der Reach-Verordnung sollen sich auf dem europäischen Markt in Zukunft keine Chemikalien mit unbekanntem Gefährdungspotenzial mehr befinden (www.reach-info.de). Um den damit verbundenen Anforderungen im Einzelhandel nachzukommen, haben der HDE (Hauptverband Deutscher Einzelhandel) und der Bundesverband Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte (BHB, Köln) gemeinsam mit einem Dienstleister eine Web-Plattform eingerichtet, die allen offen steht. "Die Zeit drängt", so Saskia Driessen vom BHB. Ab 1. Juni bis 31. November 2008 läuft die Vorregistrierungsphase. Wichtig ist, dass nur Stoffe und nicht Produkte angemeldet werden. Die Herausforderung dabei sei für den Händler, Hersteller oder Importeur, die Substanzen in den Produkten zu erkennen und abzuschätzen, welche er davon registrieren muss. Noch im Mai soll es ein Dokument der EU geben, das dazu eine Hilfestellung geben soll.

Um den Unternehmen die Registrierung zu erleichtern - ohne Registrierung gilt "no data no market", das heißt, es drohen Vermarktungsverbote - sind Übergangsfristen bis 2010, 2013 und 2018 vorgesehen. Die Übergangsfristen gelten aber nur für diejenigen, die sich bis 31. November haben vorregistrieren lassen.

In erster Linie trifft Reach neben Herstellern und Importeuren Einzelhandelsunternehmen, die in erheblichem Ausmaß Stoffe in Zubereitungen oder in Erzeugnissen importieren. Die Registrierungspflicht gilt für alle Stoffe, die entweder von einem Erzeugnis freigesetzt werden sollen oder die in einer Zubereitung enthalten sind. Voraussetzung: Die Stoffe sind in einer Menge von insgesamt mehr als einer Tonne pro Jahr und pro Produzent oder Importeur enthalten. Typische Beispiele für Erzeugnisse mit beabsichtigter Freisetzung sind Kugelschreiber und Duftkerzen. Typische Beispiele für Zubereitungen sind Farben und Lacke.

Verbraucher haben nach Reach das Recht, Informationen über besonders besorgniserregende Stoffe in Erzeugnissen zu bekommen. Diese Pflicht betrifft Handelsunternehmen in ihrer Eigenschaft als Importeure (oder auch als Eigenmarkenvertreiber). Gemäß Artikel 33 der Verordnung muss jeder Händler auf Anfrage Auskunft über Stoffe in seinen Produkten geben können, die als "besonders besorgniserregende Stoffe" bezeichnet werden. Dazu wird es spätestens ab 2009 eine Liste der EU geben, welche Stoffe darunter fallen. Ist ein gewerblicher Anwender Kunde im Einzelhandel, so ergibt sich die Pflicht zur Weitergabe von Sicherheitsdatenblättern.