Grüne Branche

Rechtliche Situation für Drohnen in Deutschland

Drohnen-Spezial Teil 3
Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Drohnen haben dazu geführt, dass inzwischen hunderttausende privat und beruflich genutzte unbemannte Luftfahrtsysteme (UAV) herumschwirren. Die steigende Anzahl erfordert klare Regelungen in Hinblick auf Einsatz und Verwendung. In der Vergangenheit war häufig die Grenze zwischen privater und kommerzieller Nutzung unklar. Auch gab es mehrere Unfälle mit Drohnen, die nicht mehr vom Boden aus beherrschbar waren.

Für die gewerbliche Nutzung von Drohnen sind oft Genehmigungen und Versicherungspflicht Bestandteil zur Betriebserlaubnis. Foto: LVG Heidelberg

Um für die Zukunft klare Vereinbarungen für Einsatz und Nutzung zu schaffen, hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur eine Verordnung über die wichtigsten Regelungen zu Drohnen herausgebracht, die am 7. April 2017 in  Kraft trat. Danach muss zwischen privater und gewerblicher Nutzung von UAV unterschieden werden.

Die Regelungen bezüglich Kennzeichnungspflicht und Pflicht zur Vorlage eines Kenntnisnachweises gelten seit dem 1. Oktober 2017.

Im Folgenden die wichtigsten Punkte der Drohnenverordnung (Auszug vom Mai 2017):

Regelungen für private Nutzer

  • maximale Flughöhe 100 m, unabhängig vom Drohnentyp
  • Modellflugplätze sind von den Regelungen ausgenommen.
  • Kennzeichnungspflicht ab 0,25 kg (Name, Anschrift)

Regelungen für gewerbliche Nutzer

  • Kennzeichnungspflicht ab 0,25 kg (Name, Anschrift)
  • Beantragung einer Aufstiegsgenehmigung bei der zuständigen Landesbehörde

Regelungen für private und gewerbliche Nutzer

  • ab 2,0 kg Aufstiegsgewicht müssen besondere Kenntnisse nachgewiesen werden (Schulungen/Vertiefungen beim Luftfahrtbundesamt, Landesluftfahrtbehörde).
  • ab 5,0 kg Aufstiegsgewicht muss eine Aufstiegserlaubnis bei der zuständigen Landesluftfahrtbehörde beantragt werden.
  • über 100 m Flughöhe: Kenntnisnachweis notwendig und nur auf Sichtweite fliegen.
  • Flugverbote: Für die private und gewerbliche Nutzung gelten generelle Flugverbote über Menschenansammlungen, Hauptverkehrswegen, An- und Abflugbereichen von Flugplätzen, Kraftwerken sowie über sensiblen Bereichen wie etwa Wohngebieten.

Einsatz von Videobrillen

Flüge mit Videobrille sind erlaubt, wenn

  • sie bis zu einer Höhe von 30 m stattfinden
  • das Gerät nicht schwerer als 0,25 kg ist oder eine andere Person es ständig in Sichtweite beobachtet und in der Lage ist, den Steuerer auf Gefahren aufmerksam zu machen.

Dies gilt als Betrieb innerhalb der Sichtweite des Steuerers.

Versicherung
In der Praxis hat sich bewährt, eine zusätzliche Haftpflichtversicherung speziell für den Drohneneinsatz abzuschließen. Hier bieten diverse Versicherer besondere Tarife an.

LVG Heidelberg/db


Eine ausführliche Beschreibung über den Einsatz von Drohnen finden Sie auch in Ausgabe 12/2017 Deutsche Baumschule.